Jülich: Scharfe Sprenggranaten im Keller gelagert

Jülich: Scharfe Sprenggranaten im Keller gelagert

Hochexplosiver Fund in der Jülicher Innenstadt: Aus dem Keller eines Privathauses in der Kleinen Rurstraße transportierte der Kampfmittelräumdienst in der vergangenen Woche neun scharfe Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg ab.

Die Sprengkörper waren entdeckt worden, weil die Polizei einer anonymen Anzeige nachgegangen ist. Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen wurde der brisante Fund abtransportiert.

„Was der Mann sich dabei gedacht hat, ist mir schleierhaft. So etwas ist mir in meiner langen Zeit beim Kampfmittelräumdienst noch nie untergekommen.” Hellmut Bauer ist Feuerwerker und seit vielen Jahren schon beim Kampfmittelräumdienst angestellt. Als er von der Polizei davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass in einem Privathaus Granaten gelagert seien, glaubte er zuerst an einen Scherz. „Denn wer lagert in seinem Haus schon hochexplosive Granaten?”

Doch nachdem er mit Hilfe der örtlichen Polizei einen Kelleraum im Haus auf der Kleinen Rurstraße betreten hatte, staunte er nicht schlecht. „Wir haben sechs 7,5 Zentimeter Sprenggranaten und drei 7,5 Zentimeter Hohlladungsgranaten gefunden.” Alle waren scharf, also noch mit Zünder und Sprengstoff versehen.

Nach Aussage des Kampfmittelräumers sei das komplette Zündsystem noch intakt gewesen. Auch noch nach etwa 70 Jahren hätte eine Explosion des Bestandes verheerende Folgen haben können. „Eine unsachgemäße Handhabung der Granaten, und die Explosion wäre nicht zu verhindern gewesen”, sagt Feuerwerker Bauer mit ernster Miene.

Nach Aussage von Polizeisprecher Willi Jörres war man durch eine anonyme Anzeige auf „mögliche Waffen und Granaten” in einem Kelleraum des betreffenden Hauses aufmerksam gemacht worden. Die Polizei ging diesem Verdacht sofort nach, fand ihn auch nach einem Kontrollgang bestätigt. Bei Bekanntwerden des Fundes machten schnell Gerüchte die Runde.

Von einem Militaria-Sammler war die Rede, schließlich seien auch alte Kriegswaffen in dem Haus gefunden worden.

Willi Jörres bestätigte lediglich, dass „ein Panzerfaustrohr sichergestellt” worden sei. Dieses war nach Aussage von Hellmut Bauer allerdings nicht geladen, wurde aber trotzdem mitgenommen.

Dem Vernehmen nach sind die polizeilichen Ermittlungen jedoch noch nicht abgeschlossen. Gegen den Besitzer der Kriegsmunition wurde aber schon durch die Polizei eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erstattet.

Die Granaten wurden in einer Außenstelle des Kampfmittelräumdienstes zwischengelagert und werden zu gegebener Zeit fachgerecht entsorgt, erklärte Bauer, was mit einem Fund geschieht, der in Jülich für Aufregung und viel Gesprächsstoff gesorgt hat.

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