Engelsdorf: Sanierungsarbeiten um den „Palas” nehmen Gestalt an

Engelsdorf: Sanierungsarbeiten um den „Palas” nehmen Gestalt an

„Da kriegt man Ehrfurcht”, begeisterte sich Juan Fernandez, Besitzer der zweiflügeligen Burg Engelsdorf, über die „Poesie” der exakten Holzarbeiten von Zimmerermeister Felix Mohn und seiner beiden Kollegen.

Die insgesamt 900.000 Euro teuren Sanierungsarbeiten des liebevoll genannten „Palas” Bauwerks nehmen Gestalt an: Nach Demontage und Notsicherung des völlig maroden Dachstuhls ist das erste Drittel des neuen Turmdachs für das gotische Turmgewölbe aus Fichte/Tannenholzverstrebungen und -versätzen nunmehr vorgefertigt: Das vier Meter hohe und etwa fünf Tonnen schwere Konstrukt liegt im Innenhof.

Zwei weitere in gleicher Höhe werden folgen, die, sich nach oben verjüngend, weniger Gewicht haben werden. Der rund 44 Tonnen schwere Kranwagen der Familie Fernandez kann genau 5 Tonnen heben.

Eine Simulation soll vorab die Hebung prüfen, auch werden die Dachstuhl-Drittel erst probeweise am Boden zusammengefügt, um unangenehme Überraschungen bei der Aufständerung zu vermeiden. Gerne demonstriert Mohn die bereits seit Jahrhunderten angewendeten zimmermannsmäßigen Holzverbindungsarten, die „Abgratung” und ihr Pendant „Auskehlung”, die „Zapfenverbindung” und die leicht versetzte Variante „Schwalbenschwanz” zur Queraussteifung des Dachstuhls. Zur Übertragung von Druckkräften in die breitere Turmwand wird in der Senkrechten der „winkelhalbierende Versatz” gebildet.

Was der Zimmermann natürlich noch per Hand herstellen kann, wird heute zur wirtschaftlicheren Herstellung nach den Berechnungen des Ingenieurs mit der „cnc”-gesteuerten Fräsmaschine (computerized numerical Control) erledigt. Denn „auch Michelangelo hat mit dem besten Werkzeug seiner Zeit gearbeitet”, wie Fernandez betont. Zu guter Letzt soll das insgesamt 12 Meter hohe Turmdach originalgetreu verschiefert werden.