Linnich: Sanierung des Linnicher Hallenbades läuft auf Hochtouren

Linnich: Sanierung des Linnicher Hallenbades läuft auf Hochtouren

Ein Blick genügt: Hier hat sich was getan! Dabei künden nicht die Gerüstetagen an der Außenfront des Linnicher Hallenbades Veränderung. Der augenfälligste neue Eindruck ist vielmehr ein farblicher: Die einstige graue Maus Hallenbad hat ein satten Rouge aufgelegt.

Aber das ist tatsächlich eine Äußerlichkeit. Die wesentlichen Veränderungen haben sich bei den inneren Werten des Bades vollzogen.

Seit den Sommerferien ist das Bad geschlossen, und doch herrscht rege Betriebsamkeit. Mit den KP II-Mitteln wird die Sanierung vorangetrieben. 389.000 Euro plus 200.000 Euro aus dem laufenden Haushalt werden am Jahresende auf der Rechnung stehen. Alles in erster Linie für das Äußere. „Die Außenwände wurden komplett gedämmt”, listet Kerstin Schmalen auf. Ein „Mantel” aus 18 Zentimeter dicken Styrodurplatten wurde dem Gebäude verpasst und verputzt.

Dazu passend wurde das komplette Flachdach über dem Umkleidetrakt, dem Eingangsbereich und den Funktionsräumen aufgenommen und erneuert. Ebenfalls mit einer mächtigen Dämmung versehen. Allein Dämmung und Dach belaufen sich auf rund 170.000 Euro. Verschwunden sind im Zuge dieser Erneuerung die Lichtkuppeln über dem Umkleidetrakt. Das waren wahre Kälteluken.

„Eine Einbruchmöglichkeit weniger”, meinte Schwimmmeister Hans-Günter Sieberichs lakonisch. Immer wieder waren ungebetene Gäste über diese Kuppeln eingestiegen und hatten in den Räumen darunter wie die Vandalen gehaust.

Fenster und Türen

Licht kommt dennoch in den Umkleidebereich. Die Reihe Glasbausteine unmittelbar unter der Decke wurde durch moderne Thermopenfenster ersetzt. Damit wurde eine weitere Kältebrücke entfernt. Apropos Fenster. Die neue „Gläser” des Bades mit dem dunkelgrauen Alurahmen sind fast so auffällig wie das Rot der Fassade. Fenster und Türen haben ihren Preis - 78.000 Euro.

Mit 65.000 Euro stellen die Kosten für die Rohbauarbeiten einen weiteren Großposten bei der Sanierung des Hallenbades dar. Aber auch kleinere Arbeiten summieren sich auf. Nagelneu war das Linnicher Hallenbad 1969. Die Jahre haben seither ihren Tribut gefordert. Die Blitzschutzanlage etwa wurde jetzt für 13.000 Euro komplett erneuert. Bei der alten, erzählt der Schwimmmeister, löste jedes „mittlere oder schwere Gewitter eine Störung” in der Hallenbadtechnik aus.

Durchgerostet waren die Statikmetallbänder, die die Verblendung der Fassade hielten. Auch die wurden komplett erneuert. und wie das bei fast jedem Bauwerk aus den 1960er Jahren waren im Linnicher Hallenbad Schadstoffe, etwa Asbest oder Schwermetall-belastete Fliesen, verbaut worden. Heute sind diese Stoffe ein Entsorgungsfall.

Zum Jahresende wird der erste Bauabschnitt der Hallenbadsanierung also die Punktlandung schaffen. Die KP II-Mittel werden - wie gefordert - „verbaut” sein. Außer der Bauunternehmung Lamers waren im Übrigen keine Firmen aus dem Umland Teil der Sanierungsmannschaften. „Viele Firmen hatten keine Kapazitäten mehr frei”, schildert Kerstin Schmalen. Mit den KP II-Mitteln wurde bundesweit ein Auftragsboom ausgelöst. Und zu jeder Ausschreibung mussten drei Angebote eingeholt werden. Die Wärmedämmung am Linnicher Hallenbad übernahm beispielsweise eine Firma aus Chemnitz.

Die 2. Bauphase mit einem Volumen von 1,8 Millionen Euro wird auch von den Niederrheinischen Gas- und Wasserwerken (NGW) heiß ersehnt. Sie werden im Zuge der Innenarbeiten ihre Einbauten der Lüftungstechnik im Rahmen des mit der Stadt geschlossenen Wärmecontractings vornehmen. Kerstin Schmalen: „Unser Ziel: Ende 2012 machen wir das Bad wieder auf.”

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