Freialdenhoven: „Säulen der Freiheit“: Liveschaltung verbindet Ohio, Sibirien und Freialdenhoven

Freialdenhoven: „Säulen der Freiheit“: Liveschaltung verbindet Ohio, Sibirien und Freialdenhoven

Eine Video-Liveschaltung verbindet am 9. November 18 Länder und verschiedene Orte auf dem Globus. Bilder sind dann zum Beispiel parallel aus Ohio (USA), Sibirien und auch Freialdenhoven zu sehen. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Alle zeigen von Künstlern geschaffene „Säulen der Freiheit“ (Pillars of Freedom).

Das zwei Meter hohe Werk von Gerd Frank (64) aus dem Aldenhovener Dorf ist mit dabei — es steht dann im Vorgarten des Künstlers und seiner Ehefrau Karin Zak-Frank.

Zwei Meter hoch und bald im Vorgarten zu sehen: die Säule der Freiheit aus Freialdenhoven namens „natürlich Natur...“. Foto: Uerlings

Der Gold- und Silberschmied war gleich Feuer und Flamme, als er von dem Projekt hörte. Der Künstler Alfred Mevissen hat unter der Schirmherrschaft von Sabine Verheyen (Mitglied des Europäischen Parlaments) laut Gerd Frank „ein wunderbares, weltweites Projekt ins Leben gerufen“. Erstmals davon gehört hat er bei der Eröffnung des Linnicher Skulpturenwegs im Rahmen des Kultursommers. Er beteiligt sich mit einer Skulptur, die den Titel „natürlich Natur...“ trägt und die nicht ganz zufällig ein Problem aufgreift, das in den vergangenen Wochen durch alle Medien ging: das Artensterben, das sich in Deutschland vor allem bei den Insekten enorm beschleunigt hat.

Im Mittelpunkt des Werkes aus verschiedenen Materialien steht nämlich eine große aus Kupfer getriebene Blüte mit einem orange-roten Glaskern, die von Bienen umschwärmt wird. Den Blütenstiel oder -stamm bilden zwei mit Mosaiken verzierte Säulen mit Holzkern.

„Eigentlich hatte ich etwas anderes im Sinn“, erzählt der Kunsthandwerker, doch der Zufall brachte das Ehepaar beim Spaziergang auf die jetzt realisierte Idee. Da flog plötzlich eine Biene auf das mit Blumen verzierte Oberteil von Karin Zak-Frank. Das war ein Wink.

„Hier wird nicht gespritzt“

Am Projekt „Säulen der Freiheit“ beteiligt sind mehr als 90 Künstler. Sie alle haben Skulpturen aus verschiedenen Materialien gestaltet „und somit Mahnmale geschaffen, von denen jedes eine Idee vermittelt, dass und wie Freiheit funktionieren kann“, erklärt der Gold- und Silberschmied aus Freialdenhoven. Das Ehepaar ärgert sich oft, wenn in der Natur jedes noch so kleine Wildkraut mit der chemischen Keule bekämpft wird.

„Da wird gespritzt. Und die Freiheit möchte ich haben: Hier wird nicht gespritzt“, sagt der 64-Jährige und blickt dabei auf seinen sehr ungewöhnlichen kleinen Garten, der von viel Grün, Wasser sowie kleinen und großen Kunstwerken geprägt ist und eine regelrechte Entdeckungsreise ermöglicht. „Wir wollen ein Zeichen für die Natur setzen“, legt Karin Zak-Frank nach. Da machte sich Gerd Frank an die Arbeit, die über viele Wochen reichlich Zeit in Anspruch genommen hat. Immer wieder verschwand der Künstler im Keller, um an „natürlich Natur...“ weiterzuarbeiten.

Er hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und im Laufe der Jahre — vor allem im Sakralbereich — „interessante Techniken“ erlernt. Eine ist die des Ziselierens. Dabei wird Metall über eine weiche Unterlage mit Hammer und Punzen (eine Art Schlagstempel) getrieben oder gedrückt, sodass Linien und reliefplastische Formen entstehen. Am zwei Meter hohen jüngsten Werk aus der Schmiede Frank kann man das Ergebnis vor allem bei den Bienen, die auf den Blütenblättern sitzen, bewundern, die ziseliert wurden.

„Jetzt muss nur noch das Fundament her“, sagt der 64-Jährige und macht sich bald an die Arbeit im Vorgarten, wo dann ein anderes großes Werk weichen muss. Am 9. November soll die Freialdenhovener „Säule der Freiheit“ pünktlich und bestmöglich präsentiert werden. Günstig wäre auch ausreichend Sonnenlicht, denn dann strahlt das Ornament-Glas in der Säule wirklich prächtig.

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