Barmen: Sängerkreis Düren 1911 ehrt Chorsänger im Haus Overbach

Barmen: Sängerkreis Düren 1911 ehrt Chorsänger im Haus Overbach

„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten.“ An diese alte Wahrheit erinnerte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs in seinem Begrüßungswort zum Auftakt der Zentralen Jubilar-Ehrung des Dachverbands der Chöre im Kreis Düren.

„Gemeinsames Singen macht Spaß. Es geht nicht ausschließlich um die Qualität des Gesanges. Das Miteinander, die Gemeinschaft wird gerade in den Chören gepflegt, denn nur dann klingen sie auch gut“, betonte der Bürgermeister.

Bravouröse Aufführungen

Von der Gesangsqualität zweier solcher Chöre konnten die Zuschauer sich im Verlauf der Feier selbst überzeugen. Einen musikalischen Rahmen der Ehrung bildeten die Darbietungen vom Jugendchor St. Anna mit Chorleiter Hans-Josef Loevenich und dem Jungen Chor Overbach mit dem künstlerischen Leiter der Overbacher Singschule, Kerry Jago. Die bravourösen Aufführungen entführten die Zuhörer in die Welt der Musik. Von der Klassik über Jazz, bis hin zum Musical bedienten die Darbietungen verschiedenster Geschmäcker.

Im Laufe des Nachmittags wurde der Junge Chor Overbach für sein 30-jähriges Bestehen geehrt. Bei dem Jugendchor St. Anna konnten sich einzelne Mitglieder über Auszeichnungen für jeweils fünf- oder zehnjähriges Singen in einem Chor freuen. Als Zeichen der Anerkennung wurden den Jubilaren Urkunden und willkommene Notenspenden überreicht.

Zu den Hauptaufgaben des traditionsreichen Sängerkreises Düren 1911 gehört die Betreuung aller Weltchöre im Kreis Düren. Als Dachorganisation für die Region und als Mitglied des Chorverbandes NRW arbeitet der Sängerkreis momentan mit 34 Chören zusammen. Außer der praktischen Unterstützung in Form von GEMA-Befreiung und Versicherungsleistungen für Chormitglieder wird allen Singbegeisterten die Teilnahmemöglichkeit an einem Projektchor geboten.

Eine großangelegte Initiative beinhaltet unter anderem eine Konzertreise mit drei Musikveranstaltungen, die alle zwei Jahre stattfindet. Die diesjährige Tour führte im Oktober 207 Mitglieder des Projektchors nach Lettland und Litauen. Insgesamt präsentierten 154 Sänger unter der künstlerischen Leitung von Kreis-Chorleiter Hans-Peter Loevenich, dem baltischen Publikum ihr musikalisches Können.

„Wir brauchen Leute, die singen möchten“, beteuert der Kreis-Geschäftsführer Peter Dennhoven. Vor allem die Jugend möchte er durch solche Aktionen zum Mitwirken im Chor motivieren. Er weist daraufhin, dass nach dem Schulchor auch weitere Musiziermöglichkeiten bestehen. Es werden immer neue Chöre gegründet. „Nur die Männerchöre sterben aus“, stellt er mit Bedauern fest.

Auch die Jubilar-Ehrungen, wie die im Haus Overbach, haben ihren Anteil an der Verbreitung der Idee des gemeinsamen Singens. Bei der diesjährigen Veranstaltung, die von der Sängerkreisvorsitzenden Sigrid Rösner moderiert wurde, drehte sich alles um diese musikalische Form. Manche von den Jubilaren sind seit 25, 50 oder gar 70 Jahren dabei.

Auf beeindruckende 70 Jahre des Chorsingens können die Herren Herman Ludwig und Hubert Leufen aus Linnich stolz zurückblicken. Letzterer jedoch korrigiert die Jahresangabe nach eigenen Berechnungen auf 180 Jahre. Schließlich sei er doch „seit 70 Jahren im Männerchor, ebenso seit 70 Jahren im Kirchenchor und seit 40 Jahren im Romchor aktiv“. Für alle Jubilare gab es Urkunden, Plaketten, Erinnerungsnadeln und anerkennenden Applaus.

Ein Gedanke aus dem Grußwort von Prof. Dr. Hans A. Frambach, Landesschatzmeister des Chorverbandes NRW, unterstreicht die heutige Bedeutung des gemeinsamen Singens: „Wir leben in einer Zeit, in der sich die Dinge schnell verändern. Der Mensch kommt mit diesem Tempo nicht leicht zurecht. Singen im Chor, das gemeinsame Tun kann dazu beitragen, die Missstände des Alltags besser zu ertragen.“

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