Zusammenhalt und Verbundenheit: Rurdorfer Schützen feiern 150-jähriges Bestehen

Zusammenhalt und Verbundenheit : Rurdorfer Schützen feiern 150-jähriges Bestehen

Großen Andrang gab es jetzt in Rurdorf beim Dekanats- und Jubiläums-Schützenfest der St.-Pankratius-Schützenbruderschaft im Linnicher Stadtteil Rurdorf. Das 150-jährige Bestehen feierte die Bruderschaft mit dem Linnicher Dekanatsschützenverband und befreundeten Schützengesellschaften aus den umliegenden Dörfern.

Unter der Schirmherrschaft von Charles-Louis Prinz de  Merode, dem Präsidenten der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, kamen die Gastbruderschaften und Musikkapellen im Festzelt zusammen. Beim Kommers überreichten die Gäste den St.-Pankratius-Schützen Geschenke und feierten bei Gastreden und Musikbeiträgen. Die Gastbeiträge drehten sich um Zusammenhalt und Verbundenheit sowie um das Vorleben dieser Werte. „Ein gegenseitiges Unterstützen ist wichtig, damit solche Feste auch weiterhin ermöglicht werden können“, sagte Susanne Bongs, die Vorsitzende des Festausschusses, mit Blick auf finanzielle Hürden bei der Organisation solch großer Feierlichkeiten.

Der Mangel an Nachwuchs macht sich auch bei den Schützen in Linnich bemerkbar. „Die Vereine sind näher zusammengerückt und unterstützen sich gegenseitig“, kommentierte Bongs die schwindenden Mitgliederzahlen. Vor einigen Jahren nannte der Deutsche Schützenbund mehrere Maßnahmen, die für einen Zuwachs bei den Mitgliederzahlen sorgen sollten, indem Schützenvereine beispielsweise eine zeitgemäßere Haltung einnehmen.

„Es ist eine enorme Anstrengung, junge Leute dafür zu begeistern“, sagte Bongs. Um den Rurdorfer Verein auch für junge Menschen attraktiver zu gestalten, wurden den Jungschützen gewisse Freiheiten eingeräumt. Unter der Leitung des Jungschützenmeisters können die Jugendlichen eigene Veranstaltungen planen und durchführen.

Frauen fester Bestandteil

Und auch in anderen Bereichen ist der Rurdorfer Schützenverein anderen Schützengesellschaften voraus. Seit vielen Jahren machen Frauen einen festen Bestandteil der Mitglieder aus und seit einiger Zeit tragen auch Frauen die Uniform der Rurdorfer Schützen. „Auch das ist in anderen Vereinen keine Selbstverständlichkeit. Im Grundgesetz steht, Männer und Frauen sind gleichberechtigt und so sehen wir das in der Bruderschaft auch“, erklärte Bongs.

Der Höhepunkt des Tages war der Festzug durch die Rurdorfer Straßen, an dem zahlreiche Schützenvereine teilnahmen. Doch zuvor hielt der Rurdorfer Pfarrer und Dekanatspräses Konrad Barisch die Feldandacht. „Das ist ein Unikat“, kommentiere Bongs, „Das gibt’s nur in Rurdorf.“ Konrad Barisch beging die Andacht mit den Schützenvereinen, Musikkapellen und Besuchern, die ein beeindruckendes Bild boten.

Von Problemen bei der Werbung von neuen Mitgliedern oder fehlendem Interesse an der Schützentradition war dann nichts mehr zu sehen.

„Rurdorf ist ein sehr kleines Dorf mit einem aktiven Vereinsleben“, zeigte sich Susanne Bongs sehr zuversichtlich, „Die St.-Pankratius-Schützenbruderschaft ist für die Zukunft gut aufgestellt.“

Mehr von Aachener Zeitung