Schophoven: Ruraue-Stadion: Drei Carports ausgebaut zu einer Tribüne

Schophoven: Ruraue-Stadion: Drei Carports ausgebaut zu einer Tribüne

Wer in Zukunft im Ruraue-Stadion Schophoven eine Fußballbegegnung verfolgt, steht nicht mehr im Regen oder schwitzt in der Sonne. Dank beträchtlicher Eigenleistung des FC Victoria Pier-Schophoven und mit Unterstützung von RWE wurde eine Sitzplatztribüne eingeweiht.

Als feierlichen Rahmen für die Einweihung hatte Tagebauleiter Dr. Andreas Wagner eine Fußballbegegnung vorgeschlagen, die Beteiligte und Ehrengäste von eben jener Tribüne aus bequem verfolgen konnten. In einem Freundschaftsspiel traf der B-Kreisligist auf RWE-Auszubildende und siegte mit 6:2.

Im anschließenden Festakt fasste Victoria-Vorsitzender Ludwig Schmitz die Hintergründe zusammen. Als Pier den Braunkohlebaggern zum Opfer fiel, fand die „Victoria“ aus Pier in Schophoven ihre neue Heimat. Vor sieben Jahren wurde mit „Umsiedlungsersatz“ und in Eigenleistung der Kunstrasenplatz angelegt, doch es fehlten Mittel für eine Tribüne. Schmitz reimte: „Was macht man dann? Man fragt bei RWE an“.

Innerhalb seines Projektes „Aktiv vor Ort“ sponserte der Konzern auf Anregung seines Schophovener Mitarbeiters Maik Butterweck zunächst drei Carports. Diese wurden durch den Verein nach entsprechenden Erdarbeiten zunächst „in Reihe geschaltet“ und gestrichen, die Rückwand verbrettert und Seitenscheiben eingefügt.

Es fehlten noch die Sitzbänke. Nach einer erneuten Anfrage Schmitz‘ erklärte sich RWE bereit, die Bänke in der firmeneigenen Ausbildungswerkstatt fertigen zu lassen, doch dazu wurden Holzbohlen und sechs Kilo Stahl benötigt.

Auf eine dritte Anfrage durch den Vorsitzenden „öffnete RWE erneut sein Herz weit“ und leistete auch hier Unterstützung. „Ohne RWE-Power hätten wir diese Tribüne hier nicht stehen“, betonte Schmitz und fügte ein Eigenlob hinzu: „Der Mann, der sehr viel geleistet hat, er möchte nicht extra erwähnt werden, er steht hier vor Ihnen“.

Weitere Dankesworte richtete er an seinen Schwager, den Architekten Peter Kelzenberg, der vom Bauantrag bis zur Planung kostenlos tätig war. Er dankte dem Schophovener Ortsvorsteher und Victoria-Ehrenvorsitzenden Matthias Hahn, der wochenlang dem Verein großes Gerät wie Bagger und Raupe kostenlos zur Verfügung stellte, und dem großen Helferteam.

Besondere Erwähnung fanden Victoria-Trainer Marco Watzlaw, der im Tiefbau beschäftigt ist, die Sparkasse Düren und die Firmen Tack und Heinen. Allerdings verhehlte Schmitz seine Enttäuschung nicht, „von der Gemeinde bisher noch keinen Cent bekommen zu haben“ als kommunalen Anteil am 25.000 Euro-Projekt. Obwohl es üblich ist, den Bürgermeister als Ersten um ein Grußwort zu bitten, änderte Schmitz die Tagesordnung und erteilte dem Tagebauleiter das Wort, weil Wagner „so viel für uns getan hat“.

Später entschuldigte er sich „ein bisschen“, als Langefeld aufklärte, dass die Gemeinde Inden die Farbe gesponsert und damit einen bescheidenen Obolus geleistet hat. Als Überraschung für die Gäste brachte das Tambourcorps Schophoven zum Auftakt des Festaktes ein Ständchen und spielte die Gäste später zum anschließenden Austausch mit Häppchen und Getränken ins Vereinsheim.

(ptj)
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