Jülich: Rundgang durch ein Haus voller Klänge

Jülich: Rundgang durch ein Haus voller Klänge

Das wunderschöne Frühlingswetter und die große Resonanz am „Tag der offenen Tür“ der Musikschule deutete der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Gunia bei der offiziellen Einweihungsfeier als „gutes Zeichen für die Zukunft unserer Musikschule“.

Die Ansiedlung der Real- und der Sekundarschule am Standort Schulzentrum bezeichnete er als „mutige Entscheidung“. Nach einiger Überzeugungsarbeit scheine man sich mit dem neuen Standort bereits angefreundet zu haben.

Auch für die Musikschule, die er „Highlight in der Kulturpolitik unserer Stadt“ nannte, sah die Politik durch die direkte Nachbarschaft zu mehreren Schulen am Schulzentrum beste Möglichkeiten der Kooperation und der Werbung. Gunia lobte die Erweiterung des ohnehin vielfältigen Angebots der Musikschule und äußerte seine Hoffnung auf verbesserte Arbeitsmöglichkeiten gegenüber dem alten Standort.

Musikalisch wurde der „Tag der offenen Tür“ eingerahmt vom Auftritt des Dozentenbläserensembles „2hoch2“ mit Klaus Luft im Foyer zur Begrüßung und dem abschließenden Auftritt der Big Band in der Aula. Verschiedenste Blas-, Streich-, Tasten- und Rhythmusinstrumente erklangen den ganzen Tag lang in den Präsentationsräumen, bei Workshops und Unterrichtsdemonstrationen, von anfängerhaften ersten Versuchen bis hin zum fließenden Vorspiel.

In einem Raum ergriff der Vater einer Musikschülerin die Gelegenheit, das Flötenspiel seiner Tochter auf der Geige zu begleiten, in einem anderen demonstrierte ein bereits weit fortgeschrittener junger Pianist sein Können.

Dozentin Marita Denhoff erklärte einem jungen Interessenten und seinem Vater, dass eine Klarinette ohne Rohrblatt nicht erklingen kann. Sie demonstrierte, wie man es in das Holzblasinstrument einlegt und ermunterte den Jungen, zunächst in das Mundstück zu blasen. Indessen führte Bernhard Dolfus eine interessierte Erstklässlerin ans Klavierspielen heran. Erprobungsstück war das Kinderlied „Alle meine Entchen“, zunächst ein-, dann zweihändig.

Expertenrat

„Mit der Geige kann man mit fünf, sechs Jahre anfangen, das ist ein gutes Alter. Bei Klavier und Keyboard ist fünf Jahre etwas früh. Das würde ich nur machen, wenn sie wirklich sehr begabt sind und die Feinmotorik haben...“, riet Dolfus der Begleitperson. Währenddessen wartete der zwölfjährige Thomas aus Güsten schon auf eine Vorführung des neuen Angebotes, Musik am PC. „Dafür braucht man nicht so viele Instrumente, die man im Zimmer lagern muss, das ist platzsparender“, gab er als Grund für sein Interesse an. Er hatte „mal mit Klavier angefangen“, zeigte sich aber deutlich mehr von Computer-Musik angezogen.

Dozent Bernhard Dolfus verwies in seiner Einführung auf sein professionelles Equipment mit USB-Audio-Interface, „um mit der Außenwelt zu kommunizieren“, und angeschlossenem Keyboard. Mit der mächtigen Musiksoftware „Logic“ von Apple, Kostenpunkt rund 200 Euro, hatte er einen Beispielsong geladen.

Mit Hilfe des virtuellen Schlagzeugers im Programm und dem Anschlagen weniger Tasten auf dem Keyboard entstand sogleich ein cooler, rhythmischer Song, Thomas jedenfalls schien begeistert zu sein von den Möglichkeiten.

(ptj)