Jülich: Rübenkampagne in Jülich liegt voll im Plan

Jülich: Rübenkampagne in Jülich liegt voll im Plan

Infolge des geringeren Aufkommens der süßen Feldfrüchte fällt die Rübenkampagne im Rheinland für das laufende Anbaujahr deutlich kürzer als 2014/15 aus. Sie wird in den Zuckerfabriken Appeldorn und Euskirchen wohl bereits vor Weihnachten zu Ende gehen.

Die Jülicher Zuckerfabrik rechnet damit, dass die Landwirte voraussichtlich um den Jahreswechsel herum ihre letzten Fuhren anliefern. „Nach zwei Kampagnenmonaten sind knapp 60 Prozent der Rüben in der Fabrik“, rechnet Heinz Leipertz vor, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung im Werk Jülich der Pfeifer & Langen GmbH & Co KG. Noch zu roden sind etwa 20 Prozent der Rüben, der übrige Teil ist bereits geerntet und liegt in Feldrandmieten auf den Äckern.

Herr der Rüben: Heinz Leipertz zieht eine positive Zwischenbilanz.

Mit dem bisherigen Kampagneverlauf dürfen alle Beteiligten sehr zufrieden sein. Mit Ausnahme einer anfänglichen Nässeperiode sind Rode- und Transportbedingungen spätestens seit Mitte Oktober überaus günstig.

Die anhaltend milde und überwiegend trockene Witterung ermöglicht gleichzeitig eine termingerechte Einsaat des in der Regel auf den Rübenanbau folgenden Winterweizens. Auch in den Zuckerfabriken geht die Verarbeitung der angelieferten Rüben zügig voran. „Ich habe noch nie eine so unkomplizierte Kampagne erlebt“, lautet die Zwischenbilanz von Heinz Leipertz für das Jülicher Werk und dessen Belieferung durch die Maschinenringe, Lohnunternehmen und Landwirte.

Die im Oktober vorherrschende offene Wetterlage mit strahlungsintensiven Tagen und kühlen Nächten bewirkte einen deutlichen Anstieg der Zuckergehalte, wodurch nun doch mit einem Kampagnedurchschnitt oberhalb von 17 Prozent zu rechnen ist. „Die letzten Tagesdurchschnitte liegen über 18 Prozent“, freut sich der Jülicher Experte über „Champagnerrüben“ aus der Börde.

Auch die Erträge haben sich auf gutem Niveau stabilisiert und werden wie prognostiziert bei knapp 80 Tonnen pro Hektar liegen. Dabei zeigen sich jedoch deutliche Standortunterschiede. Infolge der teilweise trockenen und heißen Sommerwitterung sind auch hier Bördeböden mit höherer Wasserhaltekraft und Bodengüte, wie sie im Jülicher Land vorkommen, bevorteilt gegenüber leichteren Böden. So hat Leipertz seine Prognose der Erntemenge von 1,55 auf rund 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben nach oben korrigiert.

So bestätigt sich wieder, dass das Rheinland über außerordentlich günstige Voraussetzungen für den Rübenanbau und mit Blick auf die Zukunft über eine hohe Wettbewerbsfähigkeit verfügt. Hohe Erträge und kurze Transportwege vom Feld zur Fabrik und von dort zu den Ballungsräumen sind gute Voraussetzungen, um nach Ende des Zuckerquotensystems am Markt zu bestehen.

Die laufende Kampagne ist die vorletzte Rübenernte unter den bisherigen Rahmenbedingungen. Aufgrund der großen Unwägbarkeiten blicken die Rübenanbauern, bei aller Zufriedenheit über die laufende Ernte, mit Skepsis nach vorn. „Wir müssen wachsam bleiben“, denkt Heinz Leipertz an den Rest der Kampagne und einen möglichen Wintereinbruch.

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