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Jülich: Rudolf Jegen sagt Schmerz Kampf an

Jülich : Rudolf Jegen sagt Schmerz Kampf an

Neuer Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin im Malteser Krankenhaus Jülich: Dr. Rudolf Jegen hat Dr. Jürgen Bentgens „beerbt”, der die Schmerzmedizin am Malteser Krankenhaus vorangebracht hat.

Erbe verpflichtet. Jegen ist sich dessen bewusst und fest entschlossen, genau da weiterzumachen, wo Bentgens in Jülich vor seinem Wechsel ins Ruhrgebiet aufhörte.

Erfahrung hat der 43-Jährige reichlich gesammelt. Jegen hat mit Wirkung ab 1. Oktober die Chefarztposition für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie übernommen.

Mit Oberarzt Dr. Hans-Ulrich Giesen werde er die von Dr. Bentgens begonnene Entwicklung fortsetzen, ist sich Wolfgang Brauers, stellvertretender Geschäftsführer des Krankenhauses, sicher.

Jegen, verheiratet und glücklicher Vater von zwei Töchtern im Alter von sieben und fünf Jahren, hat innerhalb weniger Wochen das Angebot am Malteser Krankenhaus ausgeweitet. So werden Patienten ambulant behandelt und mit Schmerzpumpen ausgestattet.

Es handelt sich nicht um Tumorpatienten, sondern um Menschen, die zum Beispiel Probleme mit der Wirbelsäule haben.

Einige wurden bereits mit Schmerzpumpen ausgestattet (5000 Euro das Stück), die im Besitz der Krankenkasse bleiben. Unter Anleitung und Kontrolle dosieren sie in Maßen das Schmerzmittel daheim selbst.

Anschließend bzw. begleitend wird der Krankengymnast aktiv. Nach wenigen Wochen geht es den Betroffenen viel besser, freut sich Jegen über die erfolgreiche Therapie.

Der neue Chefarzt hat zudem dem psychisch bedingten Schmerz den Kampf angesagt. Auch Patienten, die keine erkennbaren oder schweren Schäden an der Wirbelsäule haben, leiden. „Ich werde Entspanungsverfahren verstärkt einsetzen”, sagt er.

Dazu gehören autogenes Training und Hypnose. Auch Akupunktur wird eingesetzt. Schmerzmittel helfen über die akute Phase hinweg. Der Arzt will Patientengruppen ins Leben rufen, deren Mitglieder sich gegenseitig helfen.

Unbeeindruckt aller Sparzwänge kämpft das Malteser Krankenhaus um stationäre Schmerz- sprich Palliativbetten. Die löbliche Förderung entsprechender Angebote am Klinikum Aachen kann den Bedarf in der Fläche nicht decken, heißt es.

Auch der Hospizgedanke bleibt nicht außer Acht. Ursprünglich sollte am Wallgraben neben einem Altenpflegeheim der Malteser auch ein Hospiz errichtet werden.

Selbst wenn das Projekt dort nicht realisiert wird, bleibt das Ziel im Fokus.