Barmen: RTL zu Gast in Jülich: Film über Dassler-Brüder wird gedreht

Barmen: RTL zu Gast in Jülich: Film über Dassler-Brüder wird gedreht

Teile von Barmen — genauer: die Seestraße — glichen zwei Tage lang einem Heerlager, denn die Zeitsprung Pictures GmbH hatte dort ihre umfangreiche Ausrüstung aufgebaut, um mit einem rollenden Aufnahmestudio gerüstet zu sein für die Dreharbeiten von „Die Turnschuhgiganten“.

Nach Fertigstellung wird der zweistündige Film im kommenden Jahr als aufwändige Eigenproduktion des Kölner Privatsenders RTL ausgestrahlt.

Idealer Strand für die Leute vom Fernsehen am Barmener See — auch das Wetter stimmt. Foto: Wolters

Das fiktionale Heldenepos zeigt, wie die Gebrüder Adolf und Rudolf Dassler Anfang der 1920er Jahre eine kleine Schuhmanufaktur im fränkischen Herzogenaurach aufbauen. Durch das perfekte Zusammenspiel des Tüftlers Adi und des Verkaufsgenies Rudi entsteht schnell ein erfolgreicher Betrieb, der sich auf Sportschuhe aller Art spezialisiert. Während des Zweiten Weltkriegs werden die Dasslers gezwungen, statt Schuhen Panzerfäuste herzustellen. Nach dem Krieg läuft die Schuh-Produktion langsam wieder an, doch anhaltender Streit der Brüder trübt den aufkommenden geschäftlichen Erfolg, bevor es 1948 zur Aufspaltung des Stammwerkes kommt, gleichzeitig die Geburtsstunde für die heutigen Sportschuh-Weltkonzerne Adidas und Puma.

Ein Großteil der Aufnahmen, mit denen Ende August begonnen worden ist, sind bereits in Bad Münstereifel abgedreht worden. Ursprünglich am Dienstag und Mittwoch standen Szenen am Strand des Barmener Sees und im Dorf auf dem Drehplan. Wegen der Erkrankung einer Darstellerin musste der jedoch um einen Tag nach hinten geschoben werden — zum Glück. „Jülich hat uns zwei Drehtage mit herrlichem Wetter geschenkt“, zeigte sich Regisseur Oliver Dommenget rundum angetan vom Set und den Witterungsbedingungen. Solch ein naturbelassener See ohne jede Uferbebauung sei nur ganz selten zu finden, lobte er die Scouts, die immer auf der Suche nach geeigneten Drehorten sind.

Um der kurzen Szene in der Kirchstraße das rechte Zeitkolorit zu verleihen, wird am Mittwoch beispielsweise ein eigens herbeigeschaffter dreirädriger Lieferwagen eingesetzt. Kostüme, Frisuren und weitere Requisiten tun ein Übriges, um stilsicher die Zeitläufe zu illustrieren, in der der Film spielt, der die Jahre 1925 bis zum „Wunder von Bern“ 1954 umfasst. Für die damit einhergehende „Alterung“ der Schauspieler greifen die Maskenbildner dann in ihre Tuben, Tiegel und Trickkisten.

Während der beiden Drehtage in Barmen mussten viele Bürger, die mit ihren Vierbeinern normalerweise eine Runde um den See drehen, ihre Spaziergänge verschieben, denn der Zugang zum Strandbereich war gesperrt, wenn dort Szenen geprobt oder gar aufgenommen wurden. Wie es bei den Leuten von Fernsehen und Film zugeht, war derweil an der Seestraße zu beobachten, so der Tross mit etlichen Lastwagen voll mit Kostümen, Licht, ein Garderobenwagen und Maske sowie reichlich Requisiten aufgefahren war. Am Auenweg parkte ein knallroter Bus, in dessen mobiler Feldküche die Mahlzeiten hergerichtet wurden. Wegen des schönen Wetters waren davor etliche Bierzelt-Garnituren aufgebaut worden, wo sich Darsteller und das gesamte technische Personal — insgesamt gut 40 Leute — in den Pausen einfanden.

Bis zum 16. Oktober werden die Dreharbeiten noch dauern, doch dann geht die Arbeit an dem Film erst richtig los. Das gesamte Material muss geschnitten, der Ton bearbeitet und eventuell nachsynchronisiert werden und der Streifen insgesamt in Form gebracht werden, bevor er am Ende auf den Sender darf. Wenn es ganz schlecht läuft, müssen einzelne Szenen sogar gänzlich neu gedreht werden. In wie vielen Filmminuten sich die beiden Tage Arbeit in Barmen später wiederfinden, ist noch nicht abzusehen, aber es werden wohl nur wenige sein.