Aldenhoven: Römerpark ist sein Stolz: Ex-Gemeindedirektor Hermann Goertz wird 90

Aldenhoven: Römerpark ist sein Stolz: Ex-Gemeindedirektor Hermann Goertz wird 90

Der ehemalige Aldenhovener Gemeindedirektor Hermann Goertz wird am Samstag, 22. Mai, 90 Jahre alt. Der Verwaltungschef a. D. ist noch äußerst vital und geistig sehr rege.

Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt der Jubilar noch einmal auf eine bewegte Zeit zurück, in der er 24 Jahre lang als Amts- und Gemeindedirektor tätig war. Vieles, was unter Hermann Goertz aufgebaut und initiiert wurde, hat sich bewährt oder ist leider schon Geschichte geworden.

Kasino Emil Mayrisch

So wurde er als Aldenhovener Amtsdirektor 1959 im längst vergessenen Kasino Emil Mayrisch in Siersdorf vereidigt. Nach seinem Abschied 1983 hat er als Geschäftsführer des Wasserwerkes Aldenhoven vor allem den Fortbestand des heimischen Versorgungsbetriebs gesichert.

Sein Engagement für das Aldenhovener Freibad und für das spätere Hallenbad konnte deren Weiterbestand aber nicht sichern. „Die Zeit ist über vieles hinweggegangen” resümiert Goertz.

Heute freut er sich über die „grüne Lunge des Römerparks”, für dessen Einrichtung ihm ein Wappenteller und der Titel „Geistiger Vater des Römerparks” zuerkannt wurden. Geradezu begeistert schwärmt er von dem seit 30 Jahren bestehenden Förderverein für die Siersdorfer Schwimmhalle.

Einschneidende Begebenheiten waren neben der Erschließung des Industriegebietes Aldenhoven-Ost auch die kommunale Neugliederung 1972 und die Umwälzungen im Zusammenhang mit dem Tagebau Inden.

Kinderreichste Gemeinde

Voller Stolz vermerkt er, dass ihm die Kanalisierung aller Ortsteile gelungen ist. Auch den Strukturwandel in Aldenhoven, der „kinderreichsten Gemeinde der Bundesrepublik Deutschland” galt es zu stemmen. „Besonderen Wert habe ich immer wieder auf eine harmonische Zusammenarbeit gelegt. Es kam für mich darauf an, den Mitarbeitern auch mal ein Lob auszusprechen”, so betont er deutlich.

Nach seiner Einschätzung ist „die Zusammenarbeit mit dem Rat eine der wesentlichsten Aufgaben, um überhaupt eine funktionsfähige Verwaltung zu erhalten”. „Es fiel mir auch nicht schwer, Beschlüsse zu akzeptieren, die mir nicht gefallen haben.” Und „wer hätte das gedacht”, so Goertz, „dass heute mein ehemaliger Auszubildender Lothar Tertel Bürgermeister und Verwaltungschef geworden ist?”

Deutlich spricht er von einer „schwierigen Situation in der Ratsarbeit, wenn viele Meinungen aufeinandertreffen”. Aus seiner Zeit weiß er, dass „vor den Ratssitzungen in vernünftigen Gesprächen Kompromisse mit allen Parteien gesucht wurden, so dass Differenzen ausgeräumt waren. Dies hat in der Öffentlichkeit ein besseres Erscheinungsbild abgegeben.”

Lobend erwähnte er „vorbildliche Anstrengungen zur Integration der ausländischen Mitbürger, mit der sich in Aldenhoven viele Gruppierungen bemühen”. Ein Beispiel dafür, wie sehr sich der ehemalige Verwaltungschef auch im hohen Alter noch einsetzt, ist sein allgemein mit Begeisterung aufgenommener Vorschlag für einen neuen Standort der Marienstatue.

Als für diese Skulptur am Alten Turm kein geeigneter Platz mehr war, hat sich Hermann Goertz für die Aufstellung an der Frontseite des Ludwig-Gall-Hauses eingesetzt.

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