Jülich: Remus' neue Ansichten vom alten Jülich

Jülich: Remus' neue Ansichten vom alten Jülich

Vor 14 Jahren war es Zufall. Diesmal nicht. Der renommierte Künstler und Stadtmaler Marc Remus hat Jülich zum zweiten Mal unter die Lupe genommen. 2003 bog er auf dem Weg von Aachen auf der Autobahn 44 ab, weil ihn der Name der Stadt neugierig gemacht hatte. „Ich war überrascht, was da für eine Riesen-Zitadelle steht“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Mit dem Galeristen-Paar Loven fand der Kreative allerdings gleich in der Nähe zwei „Wesensverwandte“, mit denen er sich auf Anhieb verstand. So erklärt sich Remus’ erste Jülich-Reihe, der nun nach fast eineinhalb Jahrzehnten eine zweite folgt: mit neuen Ansichten alter Gemäuer und in einem neuen Stil: Neo-Pop-Art. Nicht weniger als insgesamt 20 Jülich-Motive präsentiert der Frankfurter ab dem 25. November in der Stadt, natürlich wieder in der Galerie Loven.

Anhand von Fotos zeichnet Marc Remus mit dem Bleistift vor. Die Hintergründe seiner traditionellen Stadtgemälde gestaltet er unter anderem mit Tee und Kaffeepulver. Foto: Atelier Remus

„Ich habe Jülich in mein Herz geschlossen. Irgendwie zieht es mich immer wieder in die Stadt zurück“, sagt der Künstler, der allerdings auch über die ein oder andere Veränderung froh ist. „In der Zwischenzeit ist der Muttkrat-Brunnen als neues Wahrzeichen entstanden — und für mich als neues Motiv.“ Remus bringt die markanten und prägnanten Punkte der Städte auf die Leinwand. Und davon gibt es nun mal in München oder Frankfurt deutlich mehr als in Jülich oder Euskirchen.

Die Figuren des Muttkrat-Brunnens finden sich nun sowohl in „Reih und Glied“ wie beim Original oder auch einzeln verteilt in seinen Bildern, die wie eine Wahrzeichen-Collage wirken. Neben der traditionellen realistischen Darstellung hat Marc Remus eine recht junge Reihe namens „Fun Cities“ im Angebot. Das ist eine Neuerung auf Seiten des Künstlers, die aus gutem Grund vor zehn Jahren entstanden ist. „Nach einer Krebserkrankung wollte ich etwas Lebendiges, Munteres anfangen“, erklärt er den Ursprung seiner Neo-Pop-Art-Phase.

Im Fall von Jülich balanciert zum Beispiel die Schlosskapelle auf dem sich biegenden Hexenturm, während Propstei- und Christuskirche wackelig auf Stelzen stehen. Und auf dem Dach der Schlosskapelle thront ein Muttkrat, eine Erdkröte. Ein anderes Bild zeigt das Alte Rathaus, das an einem Seil hängt. Marc Remus: „Ich bin gespannt, wie das in Jülich ankommt.“

1,80 Meter breite Jülich-Skyline

Neben den Motiven aus der Herzogstadt zeigt der 48-Jährige, der bei seinen traditionellen Werken die Hintergründe mit Tee und Kaffeepulver gestaltet, drei Gemälde einer neuen Serie namens „Fossilien“. Passend dazu kündigt er im Gespräch mit der Redaktion noch ein ganz frisches Werk an, das erst kurz vor der Ausstellung in Jülich fertig wird: eine 1,80 Meter breite Jülicher Skyline im Stil der Fossilien-Serie.

Die Reaktionen der „Muttkrate“ wird er bei der Vernissage am 25. November persönlich erleben.