Jülich: Realschulfläche: Wohnungen im Park oder Reihenhäuser?

Jülich: Realschulfläche: Wohnungen im Park oder Reihenhäuser?

Diese Lage ist bestens: Auf dem südlichen Teil des alten Realschulgrundstücks sollen neue Wohnquartiere entstehen — und das schon bald.

Im Grünen, ruhig, doch sehr zentral befindet sich die Fläche. Keine drei Wochen, nachdem im Fachausschuss drei Bewerber ihre Bebauungsvorschläge unterbreitet haben, soll nächste Woche (29. September) der Haupt- und Finanzausschuss schon über den Verkauf der Fläche entscheiden.

An diesem Tag werden auch die Umschläge geöffnet, in denen sich die Angebote über den Grundstückskauf der Bewerber befinden, wie in der Stadtverwaltung zu erfahren war. Die Entscheidung trifft das Gremium dann abends nichtöffentlich. Die Präsentation der geplanten Bebauungsvorschläge erfolgte hingegen im öffentlichen Teil der Gremiumssitzung.

Demnach gibt es zwei ähnliche Vorschläge, die zudem die von den Fachpolitikern aufgestellten Kriterien erfüllen. Das Büro Van Wijnen, nach eigenen Angaben eine der größten Bau- und Projektentwicklungsfirmen der Niederlande, präsentierte den „Park Pasqualini“, der drei Wohnhäuser (Kuben) mit insgesamt 30 Wohnungen vorsieht.

Die Gebäude (dreigeschossig plus Staffelgeschoss) befinden sich auf einem gemeinsamen Tiefgaragenkomplex, der allerdings ein Stück aus dem Boden herausragt, um damit die Erdgeschosswohnungen nicht einsehbar zu machen, wie die Firmenvertreter erklärten.

Der Jülicher Architekt Hans Karl Schüssler warb für seinen „Wohnpark St. Jakob-Bastion“, der vier Solitärbauten zu je sieben Wohnungen enthält — mit Ausrichtung zum Ellbach. Hier gibt es auch eine gemeinsame Tiefgarage, die aber komplett im Boden verschwindet und den Gebäuden vorgelagert ist.

Beide Vorschläge entsprachen der vom Ausschuss vorgegebenen „parkartigen Anlage der Gebäude“ und „Hochwertigkeit“, berücksichtigen die unterirdischen Auto-Stellplätze und eine Zufahrt über die Straße Am Aachener Tor“.

Anders sieht der Ansatz der Deutschen Reihenhaus AG (Köln) aus, die eine Anlage mit 20 Reihenhäusern namens „Familienglück“ errichten will, um bezahlbare Eigenheime von jeweils 141 Quadratmetern Wohnfläche im Herzen der Stadt anzubieten.

Konzept und Bezahlbarkeitsgedanke stießen im Ausschuss durchaus auf Sympathie, allerdings fragten sich einige Politiker, ob für dieses Konzept nicht andere Bauflächen besser geeignet wären — zum Beispiel auf dem alten FH-Grundstück.

(-vpu-)
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