Jülich: Realschule Jülich: Projekt „Zukunft“ geht zu Ende

Jülich: Realschule Jülich: Projekt „Zukunft“ geht zu Ende

Viel Lob und Anerkennung hatte die Realschule Jülich in den vergangenen 13 Jahren für ihr Projekt „Zukunft“ erfahren und auch die eine oder andere Auszeichnung erhalten.

Im Wesentlichen ging es darum, die Schüler und Schülerinnen fit für die Zukunft zu machen, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und sie auch ein wenig mit ihrem künftigen Leben als Erwachsene vertraut zu machen. Es ging auch darum, sie stark zu machen und vorzubereiten auf ihre Rolle als Partner, Vater oder Mutter. Sexualität, Verantwortung und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper waren dabei ebenso Thema wie der Umgang mit Alkohol oder Drogen, Fairplay und ähnliches.

Nicht leicht fällt es jungen Menschen offen über diese Dinge zu reden, vor allem dann nicht wenn der Lehrer und die Klassenkameradinnen oder Kameraden mit dabei sind. Deshalb hatten sich Gundi Jumpertz und Margret Sieben, die diese Projekttage damals initiierten, Hilfe von außen geholte. So waren bisher neben dem Jugendstraßenpolizist auch Vertreter der Anonymen Alkoholiker, von „ax-oe.V“. aus dem Netzwerk Jugendarbeit, „pro familia“ und „Frauen helfen Frauen“ mit dabei. Außerdem besuchten Jungs und Mädchen alle Angebote getrennt.

So kommt es zu einem regen Austausch, und es werden Fragen gestellt, die den jungen Menschen schon lange auf den Nägeln brennen. Außerdem ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein Polizeibeamter aus seinem Berufsalltag berichtet, ein Alkoholabhängiger von seinem schweren Weg aus der Sucht, von Mann zu Mann über Probleme des Erwachsen-werdens gesprochen wird oder von Frau zu Frau über Möglichkeiten, wie sich selbstbewusste Mädchen schützen können.

App, Hammer und Bügeleisen

Doch damit nicht genug, es gab auch stets einen praktischen Teil. So besuchten die Mädchen das Schülerlabor der RWTH Aachen und produzierten ihre eigene App. Außerdem zeigten sie, dass sie auch ganz gut mit Bohrer, Säge, Hammer und Nagel umgehen können. Im Gegenzug erhielten die Jungs eine Einführung in die Hausarbeit. Sie können nun einen Tisch schön eindecken, Geschenke verpacken, Wäsche bügeln und Knöpfe annähen.

Seit einigen Jahren sitzt auch Tobias Weingartz mit im Boot. Der ehemalige Realschüler und ausgebildete Koch lässt es sich bei der Gelegenheit nicht nehmen, den Jungs einen Blick in den Kochtopf zu gewähren und mit ihnen zu kochen. Lasagne und Mousse au chocolat standen schon auf dem Speisezettel.

Dieses so erfolgreich verlaufene Projekt, das auch von den jugendlichen Teilnehmern stets Bestnoten erhielt, allerdings nun ebenso aus, wie die Realschule selbst. Stets waren es Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8, die an dieser Projektwoche teilnahmen. Dieses Jahr waren es noch 72 Schüler und Schülerinnen, die letzten Achtklässler an der Schule. Deshalb schwang auch ein wenig Wehmut mit beim gemeinsamen Frühstück der Beteiligten, bei dem sie ansonsten einen regen Erfahrungsaustausch pflegten. Gerne hatten sie alle stets an dem Projekt teilgenommen, hatten sie doch stets engagierte und arbeitswillige Jugendliche angetroffen.

Schulleiter Paul Krahe nutzte zudem diese Gelegenheit all jenen zu danken, die das Projekt über die Jahre mitgetragen haben, besonders den beiden Lehrerinnen, auf deren Anregung es zurückging.

(Kr.)
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