Jülich/Welldorf: Raumgreifende Debatte um Welldorfer Erweiterung

Jülich/Welldorf: Raumgreifende Debatte um Welldorfer Erweiterung

Eigentlich war der Antrag schon fast abgelehnt. Die Vertretern von Lehrer- und Elternschaft der Grundschule in Welldorf schoben Frust: „Man wird echt im Stich gelassen“, sagte eine Zuhörerin in der Sondersitzung des Schulausschusses diese Woche.

Das Gremium hatte sich nämlich mehrheitlich mit 12:6 Stimmen dafür ausgesprochen, den beantragten zusätzlichen Raum für die Einrichtung nicht zu genehmigen. Doch in der unmittelbar folgenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde die Entscheidung bis zum Stadtrat am 18. Mai vertagt.

Das geschah aufgrund neuer Erkenntnisse: Der Welldorfer Schulleiter hatte am Tag der Sitzung informiert, dass am Standort wohl die Kapazitäten für die Übermittag-Betreuung im neuen Schuljahr halbiert werden müssten (von über 60 Kinder auf 30), sollte es beim vorhandenen Raumangebot bleiben. Das war im vorhergehenden Schulausschuss aber nicht erörtert worden. Erich Gussen (CDU) bat energisch um diese Prüfung, und Christian Klems (Jül) hielt auch im zweiten Gremium ein Plädoyer, doch dem Wunsch der Schule zu entsprechen. Am Ende wurde — siehe oben — vertagt.

Welldorf (Teilstandort der Nordschule) wächst im neuen Schuljahr auf 190 Kinder an. Dann fehlt ein Klassenraum. Die Schule hatte vorgeschlagen, im Hof neben dem OGS-Pavillon einen weiteren zweistöckigen Container aufzustellen — auf Mietbasis. Die Örtlichkeiten hatte der Schulausschuss vor dem Hintergrund des Erweiterungsantrags gründlich in Augenschein genommen. Dabei erfuhren die Fachpolitiker, dass Welldorf als erste Grundschule im Nordkreis „Haus der kleinen Forscher“ werden will, um schon im frühen Alter naturwissenschaftliche Angebote zu unterbreiten. Auch dafür ist aber ein Raum notwendig.

Vor der jetzigen Vertagung der Entscheidung hatte Lambert Schmitz (CDU) zwar die Entwicklung in Welldorf gelobt, aber den Antrag abgelehnt: „Man kann die Angebote durchaus unterbringen, auch wenn es in der Spitze etwas eng wird. Man muss und kann mit den Räumen, die man hat, in Welldorf auskommen.“ Dem gegenüber sah Christian Klems (Jül/Ortsvorsteher von Welldorf) den „Raumbedarf dringend gegeben“. In der ersten Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt, das letzte Wort hat aber der Stadtrat.

(-vpu-)
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