Rasenplatz des SV Rödingen-Höllen wird saniert

Aus dem Titzer Fachausschuss : Rasenplatz des SV Rödingen-Höllen wird saniert

Die Ansiedlung eines Netto-Verbrauchermarkts zur Verbesserung der Nahversorgung in Rödingen ist beschlossene Sache, von der Umsetzung der Planungen im kommenden Jahr ist auszugehen.

Daraus ergeben sich für den SV Rödingen/Höllen gravierende Folgen, da die bestehende Sportanlage um den Aschenplatz verkleinert wird und der verbleibende Rasenplatz nur sehr bedingt für den durchgängigen Wettkampfbetrieb geeignet ist. Hier sieht sich die Titzer Verwaltung in der Pflicht, eine für den Sportverein zufriedenstellende Lösung auszuarbeiten und hat folglich die im Sportstättenbau erfahrene Planungsgruppe Scheller (Niederkrüchten) vorsorglich beauftragt, die Situation zu überprüfen. Vor der Vorstellung einer durch den Gemeinderat zu beschließenden Maßnahme wurden in einem abschließenden Gespräch zwischen Verwaltung, Sportverein und Planungsbüro die drei Varianten „Einfache Sanierung“, „Naturrasen“ und „Hybridrasen“ diskutiert. Eine einfache Sanierung konnte keine Option sein, da der bestehende Rasenplatz in seinem jetzigen Zustand beibehalten würde, Verbesserungen würden sich auf Umfassung, Fangnetze, Lichtanlage, Tore und Ähnliches beschränken. Die kostspieligste Variante mit einem finanziellen Rahmen in Höhe von rund 497.000 Euro (ohne Planungskosten und Fachingenieursleistungen) wäre der Hybridrasen, ein durch künstliche Fasern verstärkter Naturrasen. In die Planungen einzubeziehen seien die Kosten für eine professionelle Rasenpflege. Im Verlauf des Abschlussgesprächs stimmten die Vertreter des SV Rödingen/Höllen der Variante „Naturrasen“ zu. Bei diesem Naturrasenplatz würde ein komplett neuer Aufbau der Rasenfläche in mehreren Schichten vorgenommen werden. Sollte die bisherige Drainage nicht beibehalten werden können, würde auch diese erneuert, zudem würde eine automatische Beregnungsanlage errichtet. Die Funktionalität der bestehenden Drainage wird zur Zeit durch einen Bodengutachter und das Planungsbüro überprüft. Alle für den Trainings- und Spielbetrieb notwendigen Einrichtungen, wie beispielsweise Fangnetze oder Flutlichtanlage sind fester Bestandteil der Planungen. Wie beim Hybridrasen wäre auch hier die Rasenpflege durch einen „Greenkeeper“ erforderlich, der von der Gemeinde, auch zur Instandhaltung anderer gemeindlicher Flächen, bereit gestellt werden würde. Die Variante Naturrasen wird mit 323.000 Euro (ohne Kosten für Planung und Fachingenieure) beziffert. Einig war man sich, dass diese Ausbauart dem Verein die Möglichkeit bietet, über eine optimale Platzanlage zu verfügen, die bei einer richtigen und intensiven Pflege eine größtmögliche Nutzbarkeit gewährleistet. Das Ziel der möglichst ganzjährigen Aufrechterhaltung des Trainings- und Spielbetriebs stellt sich hier wesentlich wahrscheinlicher dar als in der preiswerteren Variante. Im Rahmen der letzten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt stellte ein Vertreter der Planungsgruppe Scheller das Ergebnis der derzeitigen Prüfung und somit die geeignetste Variante, die damit einhergehenden Vor- und Nachteile sowie die Kostensituation vor. Die in der folgenden Ratssitzung unterbreitete Beschlussempfehlung des Ausschusses wurde mehrheitlich angenommen.

In die Investitionskosten wird der Verkaufserlös des Tennenplatzes einfließen, voraussichtlich zusätzlich erforderliche Mittel sind für das Haushaltsjahr 2018 außerplanmäßig bereitzustellen. Von der Verwaltung zur Deckung angedacht sind Mittel aus der NRW-Sportpauschale für 2018 und 2019 (jeweils 60.000 Euro).

Der Vorsitzende des SV Rödingen/Höllen, Bernd Ochsenfort, zeigte sich in einem Gespräch am Rande des Heimspiels am vergangenen Sonntag mit der Lösung insgesamt zufrieden. Natürlich stehe man von Vereinsseite hinter den Baumaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur im Ort, man mache sich aber ernsthaft Sorgen, ob und wie die Saisonvorbereitung 2019 gestemmt werden könne. „Eine ertüchtigte Sportplatzanlage auf der heutigen Rasenfläche müsste zur Sicherstellung des Trainings- und Spielbetriebs des Sportvereins zur Saisonvorbereitung der kommenden Spielzeit gegen Mitte Juli 2019 betriebsfertig sein“, heißt es in der Beschlussvorlage des Rats. Dazu Ochsenfort: „Uns fehlen ab Ende April 2019 insgesamt 14 Trainingseinheiten, die wir noch nicht anderweitig einplanen konnten.“ Dennoch sei man sehr erfreut über die gute Vertrauensbasis zum Gemeinderat und über die Aussage von Bürgermeister Jürgen Frantzen zur Ertüchtigung der Sportanlage: „Wenn aufgrund von Witterungsbedingungen 70 Prozent der Spiele an einem Wochenende abgesagt werden müssen, dann muss die Sportanlage in Rödingen zwingend zu den 30 Prozent gehören, auf denen gespielt werden kann. Ist das Verhältnis 90:10, dann sollte Rödingen bei den 10 sein.“

(jago)
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