Qualvoller Tod eines Hundes in Jülich: Halter zu Geldstrafe verurteilt

Qualvoller Tod eines Hundes : Hund stirbt im Auto, Halter wird bestraft

Die Staatsanwaltschaft Aachen hatte einen Strafbefehl beantragt gegen den Hundehalter, dessen Tier am 24. April in seinem Auto gestorben war. Wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wird der Mann mit dem Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt.

Das teilte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Der Fall des Schäferhundes, der in dem aufgeheizten Auto auf dem Besucherparkplatz des Forschungszentrums einen qualvollen Tod erlitten hat, sorgte für großes Aufsehen.

Verstärkt wurde die Empörung von dem Zettel, den der Mann hinter der Windschutzscheibe platziert hatte. „An alle Neugierigen. Es sitzt ein Hund im Auto. Ich weiß das und es geht ihm gut. Jetzt kümmern Sie sich um ihre Sachen und mischen Sie sich nicht in Dinge, die sie nichts angehen!“

Auf Nachfrage teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Zettel beim Festlegen des Strafmaßes eine Rolle gespielt habe. Dem Hundehalter könne so ein bedingter Tötungsvorsatz unterstellt werden. „Das bedeutet nicht, dass er den Hund töten wollte. Aber er hat den Tod des Hundes billigend in Kauf genommen“, sagte Staatsanwaltschafts-Sprecherin Katja Schlenkermann-Pitts.

Der Zettel, der das Maß der Empörung noch einmal gesteigert hat. Foto: dpa/-

Der Hundehalter stammt aus Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis und war als Mitarbeiter einer Fremdfirma im Forschungszentrum tätig. Der 24. April war ein überdurchschnittlich warmer Frühlingstag mit bis zu 25 Grad. Ein Zeuge hatte das Fahrzeug, die geschlossenen Fenster und den Hund darin bemerkt und die Feuerwehr gerufen. Die schlug gegen 14 Uhr eine Scheibe ein.

Zu spät: Der Hund war tot. Gegenüber der Polizei gab der Hundehalter später an, erst zwei Stunden vorher nach dem Tier gesehen und es mit Wasser versorgt zu haben. „Aufgrund der Auffindesituation – komplett feuchter Innenraum und beschlagene Scheiben – kamen bei den Beamten vor Ort an dieser Schilderung Zweifel auf“, hieß es damals im Einsatzbericht der Polizei.

Das Amtsgericht Jülich hat den beantragten Strafbefehl jetzt erlassen. Sollte der Hundehalter widersprechen, kommt es zu einer Verhandlung.

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