Jülich: Punkrocker im Kulturbahnhof

Jülich: Punkrocker im Kulturbahnhof

Unter dem Titel „KuBa Rocket“ hat erneut im Kulturbahnhof (KuBa) Jülich ein Punkfestival der besonderen Art stattgefunden. Vier Gruppen sorgten mit ihrer Musik für beste Stimmung und zeigten eindrucksvoll ihr Können.

Den Anfang machten Forger aus Linnich. Die Band ist ein absoluter Newcomer und hat bei ihrem ersten Auftritt beim Rurdorf Special direkt den zweiten Platz in der Wertung belegt.

Die Gruppe besteht aus Gitarrist und Sänger Roman Schmitz, Bassist Niklas Schmitz und Schlagzeuger Tom Schmidt. Musikalisch sehen sie Green Day und die Ramones als ihre Vorbilder. Ihre Musik lässt sich als melodischer Punkrock beschreiben. Bei ihrem Auftritt brauchten sie das Publikum auch nicht lange zum Mitsingen zu animieren und wurden mit reichlich Applaus für ihren Auftritt bedacht.

Als zweite Gruppe stand Trip to New York auf dem Programm. Die Gruppe um Sängerin Wio wusste ebenfalls mit ihrer Musik zu begeistern. Sie sehen unter anderem die US-Band Rise against als Vorbild und spielen lauten Gitarrenrock mit weiblichem Gesang und englischen Texten.

Die dritte Gruppe Tag 2 ist das neue Projekt von Mitgliedern der beiden Jülicher Gruppen D. Sailors und Acrum. Mit sehr unterschiedlichen musikalischen Einflüssen spielen sie Indierock mit deutschsprachigen Texten, die auch bei den Zuhörern im Kuba sehr gut ankamen und mit viel Applaus bedacht wurden.

Die Headliner des Abends war die Gruppe Inozit aus Aachen. Die Mitglieder sind Damian Altdorf als Sänger und Schlagzeuger, Samuel Dickmeis als Sänger und Gitarrist, Philip Dittmann als Gitarrist und Dominik Darko als Bassist. Als Markenzeichen hat die Band ihr gesamtes Outfit mit Neonstreifen versehen, was natürlich ein ganz besonderes Bühnenbild schafft. Musikalisch stehen sie nach eigener Aussage irgendwo zwischen den Toten Hosen, den Ärzten und Deichkind.

„In unseren Songtexten sprechen wir alle Sachen an, die uns total nerven“ beschreibt Sänger Samuel Dickmeis das Entstehen vieler Songs. Über ihre Abneigung gegen manche Menschen berichten sie beispielsweise in „Ich reich Dir nicht die Hand“ oder über den Verlust von Vertrauen in dem Song „Kackendreist“. Natürlich spielten sie auch den Titel „Mond“, in dem sie ihre Freundin am liebsten auf unseren nächsten Himmelskörper befördern würden, es aber trotz der Publikumsforderung „Mach Schluss!“ nicht schaffen.

Sie bringen auch ihr Unverständnis über die Partnerwahl mancher Frauen zum Ausdruck, die sich teilweise moralisch fragwürdige Personen aussuchen. Aber auch der ihrer Meinung nach zu große Frauenmangel in den Bands der deutschen Musikszene bringen Inozit zur Sprache und fordern die Frauen auf, sich hier stärker zu engagieren. Natürlich durfte die Band nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen und spielte „Deine, meine Freundin“, „Mond“ und „Kackendreist“ in einer besonderen Akustikversion. Die Gruppe wurde vom Publikum ausgiebig gefeiert.

Weitere Infos zur Band, zu Konzertterminen ihrer „Scheize raus-Spaß rein!“-Tour und ihrer ersten Live-DVD gibt es unter: www.inozit.de.

(bw)
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