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Protest gegen geplanten Bau auf Jülicher Schlossplatz

Projekt von Stadtwerken und Stadt : Protest gegen geplanten Bau auf Jülicher Schlossplatz

Ein Vorstands-Trio des Bürgerbeirats Historische Festungsstadt will „jede Möglichkeit ergreifen“, um ein von den Stadtwerken und der Stadt Jülich geplantes Projekt zu verhindern: Es wurden Entwürfe vorgelegt, um an der Ecke Schloss-/Kölnstraße auf dem Schlossplatz einen flachen Bau zu errichten, der ein neues Kundenzentrum des Versorgers sowie Bürgerbüro und Touristen-Information beherbergen soll.

Drei führende Köpfe des Bürgerbeirats Historische Festungsstadt – Elmar Fuchs, Karl Sauer und Winfried Cremerius – reagieren „mit völligem Unverständnis“ auf das Vorhaben.

Die vorliegenden Pläne „gehen nicht von einem bloßem Ersatz für das sogenannte Kioskgebäude aus, sondern überbauen den historischen Platz zwischen Schloßstraße und Kölnstraße mit einem Gebäude, das einen großen Teil der Fläche beansprucht“, schreibt das Vorstandstrio.

Und weiter: „Der Schloßplatz wurde geschaffen nach Veränderung der Festungsbauwerke im Vorfeld der Zitadelle unter Napoleon und bekam seine endgültige Form nach Planungen des Beigeordneten Peter Linnartz nach der endgültigen Schleifung der Festung Jülich. Seit 200 Jahren ist die Grünanlage eine einzigartige grüne Oase mitten in der Stadt und öffnet den Blick von den Festungswerken in die Stadt und umgekehrt natürlich einen einzigartigen freien Blick von der Mitte der Stadt auf die Festung. Auch nach der völligen Zerstörung Jülichs im Zweiten Weltkrieg wurde der Schloßplatz in seiner Struktur rekonstruiert. Jede Stadt würde sich glücklich schätzen, eine derartige historische und auch ökologisch wertvolle Anlage im Zentrum zu besitzen.“

Fuchs, Sauer und Cremerius sind der Ansicht, das mit der Bebauung in Form eines Kundenzentrums der Stadtwerke „die Anlage nachhaltig zerstört“ werde, die Sichtachsen vernichtet würden „und ganz nebenbei auch die Attraktivität des Schloßplatzes für Veranstaltungen massiv eingeschränkt“ werde.

Keine „sachliche Notwendigkeit“

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Eine sachliche Notwendigkeit für ein Kundenzentrum der Stadtwerke an dieser Stelle besteht nicht, zumal in diesem Bereich keine Parkplätze in ausreichender Zahl vorhanden sind. Leerstände die nutzbar wären, gibt es in der Innenstadt wirklich genug. ... Die Bürger dieser Stadt sollten sich gegen derartige Pläne – ganz gleich von welcher Partei sie befürwortet werden – zur Wehr setzen“, zumal sich bereits eine Jury mit den Planungen befasst und sie begrüßt habe.

Elmar Fuchs, Karl Sauer und Winfried Cremerius kündigen an: „Wir werden alle Möglichkeiten, ein derartiges Bauprojekt zu verhindern ergreifen und Anfang 2019 in einer offenen Informationsveranstaltung die Geschichte und die Bedeutung des Schloßplatzes darstellen.“

Die notwendigen Verfahren zur Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes an der Stelle wurden vom Jülicher Fachausschuss bei jeweils einer Gegenstimme gestartet.

In diesen Verfahren sind Fristen vorgesehen, die der Öffentlichkeit kritische Einwendungen und Anregungen ermöglichen.

(red)