Jülich: Projekt Schwanenteich-Gastronomie verzögert sich

Jülich: Projekt Schwanenteich-Gastronomie verzögert sich

Wenn etwas länger dauert als geplant, dann lässt das Raum für Spekulationen und Gerüchte. In bestimmten Jülicher Kreisen wird jedenfalls gemunkelt, dass das Gastronomie-Projekt von Ideengeber Max Lenzenhuber zu den Akten gelegt werde, wenn der Bauantrag nicht bis zu einer vermeintlich gesetzten Frist Ende Oktober vorliege.

Das stimmt in mehrfacher Hinsicht nicht. „Diese Frist gibt es nicht“, sagte Bürgermeister Axel Fuchs auf Anfrage der Lokalredaktion. Es sei zwar ein Bauantrag bis Ende Oktober einmal in Aussicht gestellt worden. Mehr aber auch nicht. Und zu den Akten gelegt worden ist der Bau auch nicht. Sagt Max Lenzenhuber. Alles habe sich etwas verzögert.

Warum? Um auf Nummer sicher zu gehen, hat der Finanzökonom und Unternehmensberater eine externe Wirtschaftlichkeitsstudie für das an das Ufer Bahnhofstraße eingepasste Projekt erstellen lassen. „Das hat eineinhalb Monate gedauert“, erklärt Lenzenhuber und nennt auch das Ergebnis: „Die Realisierbarkeit ist bestätigt worden.“

Die Beratungsgruppe Luxemburger und Partner (Neuss) hat den Daumen hochgestreckt und ist davon überzeugt, dass der zweigeschossige Bau mit Flachdach in Jülich funktionieren wird. „Ich wollte für die Investoren und mich selbst noch einmal Sicherheit schaffen — und zwar unabhängig von meinen eigenen Zahlen“, erklärte der Initiator den zusätzlichen Schritt, der zwar Zeit gekostet, aber auch Erkenntnisse gebracht habe.

So kommen die externen Gutachter zu dem Schluss, dass der Bistrobereich oben (auf Straßenniveau) „schlicht zu wenig Sitzplätze“ biete. Hier lautet die Empfehlung, an diesem Plan und der Aufteilung noch einmal zu feilen. Architekt Scholl hat das schon erledigt, so dass „am Montag der Küchenplaner beauftragt werden konnte“, informierte Max Lenzenhuber weiter.

Baubeginn im nächsten Jahr

Wenn dessen Plan vorliege und abgenommen sei, könnten Statiker und Gebäudetechniker ihre Arbeit beenden. „Dann sind wir bauantragsfähig“, so Lenzenhuber. Einen Zeitpunkt nannte er nicht. Grundsätzlich „sind wir mit dem Baubeginn im nächsten Jahr“. Ist der Antrag gestellt und von der Stadt genehmigt, dann will der Jülicher Ökonom „die Investoren vertraglich ins Boot holen und parallel die Ausschreibung“ des Neubaus auf den Weg bringen.

Nach der neuesten Wirtschaftlichkeitsberechnung soll die Rendite bei der Gastronomie mit dem Namen „Schwan“ bei vier Prozent liegen. „Ich habe von den Investoren das Feedback erhalten, dass das in den heutigen Zeiten durchaus attraktiv ist“, berichtet Max Lenzenhuber. Apropos Financiers: Es gibt laut Projektinitiator entweder vier große, die alle Kosten stemmen, oder insgesamt zehn, wenn noch ein paar kleinere Interessenten in die Konstruktion aufgenommen werden sollten. Das stehe aber noch nicht fest. Der Gastronomiebau mit einem Untergeschoss samt Terrasse auf Schwanenteich-Ebene wird sicher einen satten siebenstelligen Betrag kosten. Mit dem Bau ginge der Abriss der alten Trinkhalle einher.

Der Jülicher Stadtrat hat Anfang Juli 2016 beschlossen, Max Lenzenhuber Erbbaurecht an einer Teilfläche des Schwanenteichs zu erteilen. Dieses Recht erlaubt es, dass über einen befristeten Zeitraum gegen Bezahlung Gebäude auf einem fremden Grundstück errichtet werden (geplant: 50 Jahre ).

Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist dann nicht mehr viel passiert, was für die Öffentlichkeit ersichtlich gewesen wäre und nun wohl auch die Gerüchte erklärt.

Max Lenzenhuber sagte gegenüber der Redaktion, dass unheimlich viele Detailfragen zu klären gewesen seien; zum Beispiel die des Fontänen-Standorts. Wenn alles so bleibt, wie es heute ist, würde das Sprühwasser bei bestimmten Windrichtungen die Gäste des Lokals „beregnen“. Dieses Problem soll technisch gelöst werden: Die Fontäne müsse „runterreguliert“, also kleiner gestellt werden. Lenzenhuber: „Dann kann sie stehen bleiben, wo sie ist.“

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