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Obermaubach: Polizeieinsatz wegen zwei Liter Trinkwasser

Obermaubach : Polizeieinsatz wegen zwei Liter Trinkwasser

Der Polizeieinsatz im Obermaubacher Wasserwerk der Stadtwerke Düren (SWD) hat ein Nachspiel. Stadtwerke und Staatliches Umweltamt Aachen beharren auf ihren gegensätzlichen Positionen.

Die unangemeldeten Besucher aus Aachen hatten Proben vom aufbereiteten Trinkwasser der SWD ziehen wollen.

Die Stadtwerke hatten den Besuchern dieses Recht zunächst streitig gemacht, schließlich aber die Entnahme von Proben „um des lieben Friedens willen” zugelassen.

Das Umweltamt hatte zwischenzeitlich die Polizei um Amtshilfe gebeten. Und der Behördenleiter, Landrat Wolfgang Spelthahn, betätigte sich als Moderator. Bei der Affäre ging es um zwei Liter Wasser, offenbar auch um das Prinzip.

Die Kontrolleure sahen Handlungsbedarf, weil nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage die Gefahr bestand, dass Keime von den Ackerflächen im Rurtal in den Fluss gelangten, den der Wasserversorger bei Obermaubach anzapft. Ähnliche Proben wurden in diesen Tagen auch bei anderen Wasserwerken entnommen.

Zu den beschriebenen Problemen bei der Probenentnahme kam es nach Darstellung des Umweltamtes nur beim Wasserwerk der Stadtwerke Düren. Deren Geschäftsführung bestreitet, dass die Kontrolleure das Recht haben, Proben von aufbereitetem Trinkwasser zu entnehmen.

SWD-Geschäftsführer Ekkehard Friedrich erklärte am Mittwoch, es habe keinen Handlungsbedarf gegeben; das Dürener Trinkwasser sei in Ordnung. Das Versorgungsunternehmen beliefert im Raum Düren etwa 100000 Menschen.

Friedrich sieht sich in seiner Meinung durch einen mit der Materie vertrauten Juristen bestätigt: „Das Umweltamt ist für die Untersuchung des so genannten Rohwassers zuständig, über das von uns gelieferte Trinkwasser wacht das Gesundheitsamt des Kreises Düren.”

Der SWD-Geschäftsführer („Der Leiter des Umweltamtes ist ein forscher Mann”) glaubt, dass hinter der Aktion des Aachener Amtes andere Beweggründe stecken.

Man wolle die Stadtwerke zum Umbau der Wasseraufbereitung zwingen. Und zwar solle das System auf die so genannte Membranfiltration umgerüstet werden. Friedrich sieht dazu keinen Handlungsbedarf: „Wir arbeiten nach dem Stand der Technik und werden darin von anerkannten Fachleuten bestätigt.”

Das Ergebnis der am Dienstag unter derart schwierigen Umständen entnommenen Proben aus dem Wasserwerk Obermaubach wird voraussichtlich in etwa zwei Wochen vorliegen. Doch der SWD-Chef ist schon heute sicher: „Da ist nichts.”

Ob zum Zeitpunkt der Probenentnahme tatsächlich Wasser aus der Rur in die Aufbereitungsanlage floss, ist nicht sicher.

Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, hatte das Wasserwerk an diesem Tag wegen eines Ölunfalls im Rurtal bei Heimbach auf die Notversorgung umgeschaltet. Und die liefert über eine geschlossene Rohrleitung Wasser aus der Wehebachtalsperre.