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Inden: Politischer Streit um eine Gastronomie in Inden

Inden : Politischer Streit um eine Gastronomie in Inden

Der Rat der Gemeinde Inden hat den Kauf des Hotels und Restaurants „Geuenicher Hof“ in Inden/Altdorf abgelehnt. Die Entscheidung fiel in einer nicht öffentlichen Sitzung mit 14:9 Stimmen. Die Verwaltung um Bürgermeister Jörn Langefeld hatte vorgeschlagen, den „Geuenicher Hof“ zu kaufen, um ihn kurzfristig in eine Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln.

Die Abstimmung fand dem Vernehmen nach auf Antrag der UDB-Fraktion geheim statt. Das Stimmenverhältnis lässt den Rückschluss zu, dass UDB, Grüne und Langefeld für den Kauf waren und die große Koalition aus CDU und SPD dagegen.

Langefeld hatte sich nach der Sitzung an die Öffentlichkeit gewandt und kritisierte die Ablehnung, die vermeintlich aus den Reihen der großen Koalition kam. „Der Ankauf wäre für die Gemeinde schon kurzfristig günstiger gewesen als die Miete und Betriebskosten für die Container an der Merödgener Straße“, sagte Langefeld. Die kämen die Gemeinde pro Jahr mit bis zu 150.000 Euro zu stehen. „Außerdem waren die Container als kurzfristige Lösung gedacht und stehen jetzt schon fast drei Jahre da.“ Zudem habe die Gemeinde Platzbedarf, da seitens der Bezirksregierung mittelfristig bis zu 60 weitere Flüchtlinge angekündigt worden seien. Jetzt müsse überlegt werden, ob Schulturnhallen oder andere öffentliche Gebäude geschlossen werden. Lange-feld erklärt, die Flinte in Sachen Geuenicher Hof noch nicht ins Korn werfen zu wollen.

Dass Inhalte aus nicht öffentlichen Sitzungen bekannt gemacht werden, ist nicht untersagt, solange keine Vertragsdetails oder persönliche Dinge preisgegeben werden. Das ist nicht passiert. Trotzdem sorgt die öffentliche Aussage Langefelds für Ärger. „Er spielt mit den Ängsten der Bevölkerung“, sagte CDU-Ratsherr Elmar Gasper und spielte auf die erneute Drohung an, Turnhallen oder andere öffentliche Gebäude zu schließen. „Aber wir lassen uns da nicht unter Druck setzen.“

Zudem soll die große Koalition argumentiert haben, dass es auch nach der ersten Drohung der Turnhallenschließung 2016 nicht zu den befürchteten Flüchtlingszahlen gekommen sei und man auch jetzt von derart kurzfristigen Maßnahmen absehen wolle. Weiter war aus den Reihen der großen Koalition zu hören, dass es nicht die Aufgabe der Politik sei, einen gut laufenden Gastronomiebetrieb an exponierter Stelle zu schließen. Bekannt ist, dass der Eigentümer aus Altersgründen verkaufen oder einen Nachfolger finden will — bisher trotz der vorhandenen Rentabilität ohne Erfolg.

(jan)