Jülich: Plötzlich hat die „Linke“ in Jülich 1200 Fans

Jülich : Plötzlich hat die „Linke“ in Jülich 1200 Fans

Wer in den Sozialen Netzwerken seine Zustimmung (oder auch andere Gefühlszustände) kundtut, sollte ein gutes Gedächtnis haben und vielleicht sogar ein bisschen „Buchführen“. Das zeigt ein Fall aus der Herzogstadt in jüngster Zeit.

Wer da nämlich vor Wochen und Monaten der Facebook-Gruppe „Stadtportal Jülich“ seine Unterstützung mit einem „Gefällt mir“ (Daumen hoch) gegeben hat, weil er eine Informationsplattform über die Stadt erwarten musste, war nun plötzlich ein vermeintlicher Sympathisant der Partei „Die Linke Jülich“.

Und das ohne groß gefragt worden zu sein. Die Partei brachte es auf so „aus dem Stand“ auf über 1200 „Likes“, das ist auf lokaler politischer Ebene ein ziemlich guter Wert.

Da waren dann durchaus Christ- und Sozialdemokraten oder auch Grüne als Fans von „Die Linke“ zu finden, die vom eigenen „Seitenwechsel“ aber zunächst nichts bemerkt hatten und ausgesprochen deutlich in der digitalen Welt ihrem Ärger Luft verschafften, weil sie sich massiv getäuscht fühlten. Grundsätzlich scheint der Vorgang mit den Statuten von „Facebook“ in Einklang zu stehen, denn bei dem Konzern wurde eine Namensänderung beantragt, von ihm genehmigt und vollzogen.

Das beinhaltet offenbar, dass die „Gefällt-mir-Angaben“ auf den neuen Namen übergehen. Das sagte der Jülicher Sven Reichert, der 2015 als parteiloser Bürgermeisterkandidat in seiner Heimatstadt angetreten ist, auf Anfrage. Reichert hat sich der „Linken“ angeschlossen und mit Gleichgesinnten einen Bezirksverband für Jülich, Aldenhoven, Linnich, Titz, Niederzier gegründet. „Wir haben die Leute informiert, dass wir das getan haben“, sagte er weiter. „Ich sehe da kein großes Problem.“

Inzwischen hätten ja über 300 Facebook-Fans ihr „Gefällt mir“ auch entzogen. Er habe sich in Absprache mit der Partei für eine bestehende Seite entschieden, die sonst nicht genutzt wurde: das Stadtportal. Das scheint wenig plausibel, denn „Die Linke“ hätte ihren Neustart ohne Nachteile mit einer „neuen“ Facebook-Seite bewerkstelligen können. Es hätte dann wohl nicht so schnell so viele „Unterstützer“ gegeben...

Obschon auf der Facebook-Gruppenseite eine kurze Erklärung zu finden ist und eine Kurzbenachrichtigung nach dem Namenswechsel erfolgte: Das trickreiche Manöver hat der „Linken“ im Netz viele zornige Kommentare beschert.

Auf der Facebook-Seite der Partei sind sie nicht mehr zu finden, informierten Kommentatoren die Redaktion.

(-vpu-)
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