Jülich: Platzverweise und Niederlage: Rurdorf droht Kaderproblem

Jülich: Platzverweise und Niederlage: Rurdorf droht Kaderproblem

„Die heutigen Spieler wissen doch gar nicht mehr, was ein Derby ist. Für die war das ein Spiel wie jedes andere. Wenn wir früher in Ederen gespielt haben, dann brannte der Rasen. Ich habe als Spieler nicht oft beim SC verloren, diese Niederlage heute, die tut weh.“

Werner Schönen, Trainer des FC Rurdorf, konnte sich nach dem 1:3 seiner Elf im Lokalderby beim SC Ederen nur ganz schwer beruhigen. Zu sehr hatten ihn die 90 Minuten aufgeregt. „Ich bin sehr enttäuscht. Wir waren besonders im ersten Spielabschnitt die klar bessere Mannschaft, aber wir haben einfach die Chancen nicht genutzt, mehr als ärgerlich.“

Als sich die beiden Kontrahenten zur Pause im Kabinengang trafen, stand es noch 0:0. Und mit der ersten Torchance, die sich dem Gastgeber bot, hieß es allerdings schon 1:0. Sodekamp flankte auf Leon Rothkranz, der Ball flatterte im Rurdorfer Tornetz (62.). Keine drei Spielminuten später die zweite SC-Möglichkeit.

Diesmal flankte Markus Sodekamp auf Jens Engert, und der ließ Jörg Pascal Meuvissen im FC-Tor keine Abwehrchance. „Optimales Ausnutzen von Chancen“, meinte dazu Werner Schönen, dem Georg Rothkranz als Trainer des Gastgebers nur beipflichten konnte.

„Rurdorf war besser, aber wir machen die Dinger rein, und Fußball ist Ergebnissport“, analysierte Rothkranz, der seinen Akteuren über weite Strecken des Derbys mangelndes Zweikampfverhalten vorwarf. „Doch, ein Remis hätte es mindestens sein können“, so der Ederner Coach, der eingestand, dass seinen Spielern die fünf Spiele in zwei Wochen, einschließlich des Pokalspiels, mächtig zugesetzt hatten.

Da der Rurdorfer Kevin Lenzen in der 77. Minute nach einer Notbremse die rote Karte gesehen hatte, sein Mitspieler Jürgen Mantik nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden war, gehen dem Rurdorfer Trainer für die kommende Pflicht zu Hause gegen Hambach so langsam die Spieler aus. „Es gibt ja noch drei Verletzte“, resümierte er bitter nach dem Abpfiff, der erst in der 92. Spielminute erfolgte, als Marcel Goebbels zum 3:1-Endstand traf.

Der SC Ederen bereitet sich derweil gedanklich schon auf Spitzenreiter VfVuJ Winden vor, bei dem die Rothkranz-Elf am Sonntag auflaufen muss.

(hfs.)