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Jülich: Platz schaffen für die neue Funktionalität

Jülich : Platz schaffen für die neue Funktionalität

Das, was letztendlich die die großflächige Sanierung herbeigeführt hatte, begleitete am Dienstag ausgerechnet die gerade begonnenen Bauarbeiten auf dem Oberdeck des Parkhauses Zitadelle in Jülich: Wasser! Bauleiter Frank Brunkau von der Gesellschaft für Bauwerksabdichtung (GfB) blieb gelassen.

„Ein Wolkenbruch macht nichts. Drei Wochen Regen - dann hätten wir ein Problem.

Diesem Problem ist man mit der Wahl das „Baufensters” aus dem Weg gegangen, hofft die Stadt Jülich. Planmäßig, wie Beigeordneter Martin Schulz betont, war am Montag Sanierungsauftakt. Die sommerlich günstigen klimatischen Bedingungen nutzend, sollen die Arbeiten im September abgeschlossen sein. Das Parkdeck wird sich bis dahin für rund eine Million Euro völlig verändert haben.

„Wir räumen den Parkplatz erst einmal komplett ab”, meint der Bauleiter lakonisch. Bis auf die Decke des Parkhauses, 40 Zentimeter tief, „wird total entkernt”. Dann wird man auch alle Schadstellen und Lecks sehen können, die letztlich Auslöser der umfassenden Reparatur gewesen sind.

Der Wiederaufbau des Parkdecks beginnt mit einer Betonausgleichsschicht. Darauf folgen Bitumenschweißbahn und obenauf die Deckschicht aus Gussasphalt. Und das wars eigentlich auch schon, denn Aufbauten wie gepflasterte Pflanzbeete oder die Stein-gefasste Miniböschung als Abgrenzung zur Düsseldorfer Straße und der Schlossstraße sind Geschichte.

Die Trennung zwischen Straße und Parkdeck wird lediglich durch einen schmalen Grünstreifen verdeutlicht. Auch die Abgrenzung des Fußwegs an der Seite zum Zitadellengraben erfolgt recht schmucklos. Ein Klebebord wird den „Raumteiler” spielen. Martin Schulz greift zu der Formel der verkehrsmäßigen Nüchternheit. „Funktionalität steht im Vordergrund, nicht die Gestaltung.”

Dieses Prinzip wird konsequent verfolgt. Die Anordnung der Stellplätze wird mit weißen Markierungen auf dem „leicht grauen” Asphalt angezeigt. Granit- und Pflastersteine haben ausgedient.

Ein Plus an Funktionalität wird die Einfahrt an der Düsseldorfer Straße erhalten. Sie wird im Zuge der Umgestaltung breiter und damit komfortabler für die Autofahrer werden. Rund 130 Meter davon entfernt, am gegenüber liegenden „Kopfstück”, wird das Parkdeck um einen fünf Meter breiten Streifen verkleinert, der begrünt wird.

Parkraum geht nicht verloren. Im Gegenteil, es werden sechs Stellplätze mehr entstehen. Die Parkkapazität steigt auf 99 normale und sechs Behindertenparkplätze. Letztere liegen jeweils paarweise im Bereich der Deckeingänge.

Das zentrale Treppenhaus im Zentrum des Parkdecks bleibt. Es wird allerdings überdacht - mit ausdrücklicher Billigung der Denkmalbehörde, betont Martin Schulz. Buchstäblich Glanzstücke der Erneuerung werden die sechs zwölf Meter hohen Parkplatzleuchten mit ihrer Spiegeltechnik sein.

Während der Bauarbeiten werden die Tiefgeschosse uneingeschränkt zu nutzen sein. Apropos Nutzung: Wenn das Parkdeck fertig ist, wird es nicht ausschließlich nur Autos vorbehalten sein. Zwei Verteilerschränke liefern Strom etwa für Wochenmarktstände. oder andere Veranstaltungen. Man merke: Nicht nur funktional, sondern sogar multifunktional wird das Deck werden.