Jülich: Plastikpiraten erforschen die Rur

Jülich: Plastikpiraten erforschen die Rur

Die Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) zogen jüngst aus, um sich am Citizen-Science-Project zu beteiligen, das vom Bundesforschungsministerium ins Leben gerufen wurde.

Die jungen Wissenschaftler der GAL haben sich so in Begleitung ihrer Lehrerinnen Ramona Petri und Angela Nastasi von Lüninck direkt in den Forschungsprozess „Die Zukunft der Meere“ des Wissenschaftsjahres eingebracht und einen wichtigen Beitrag zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an deutschen Flüssen geleistet. In ganz Deutschland soll mit wissenschaftlichen Methoden gefiltert, gewogen und gezählt werden. Ziel ist, das Ergebnis auf einer digitalen Deutschlandkarte zu dokumentieren.

Die jungen Forscher steuerten in der Nähe des Jülicher Brückenkopf-Parks die Rur an und waren nicht wenig erstaunt, wie viel Plastik sie dort vorfanden. Sie wurden in fünf Forschungsgruppen mit unterschiedlichen Aufträgen eingeteilt. So mussten die Fließgeschwindigkeit der Rur sowie die Anzahl der Müllteile am Flussufer pro Quadratmeter bestimmt und der Müll kategorisiert werden. Auch die Müllansammlungen pro 10.000 Quadratmeter wurden berechnet und besonders gefährliches Material aufgelistet. Ein Forschungsauftrag wurde zur Bestimmung von treibendem Material vergeben, und auch die Berechnung von Mikroplastikteilen pro 1000 Liter Flusswasser war gefordert.

Die Bestimmung von Mikroplastikteilen pro Quadratmeter Flussstrand war eine weitere Herausforderung. Nebenher wurden fünf große Säcke Müll gesammelt und abtransportiert. Junge Reporter und Reporterinnen der GAL übernahmen die Dokumentation der Expedition, die man am Tag der offenen Tür der Schule (26. November) besichtigen kann. Ganz nebenbei erfuhr die Forschungs-Crew hautnah, wie wichtig Dreisatz, Kreisberechnung und das Rechnen mit Formeln sind. Die Mathematiklehrer und -lehreinnen der GAL werden ihre Freude daran haben.

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