Linnich: Planung für Umgestaltung der Rurstraße und des Place de Lesquin

Linnich: Planung für Umgestaltung der Rurstraße und des Place de Lesquin

„Die Berichte werden jetzt immer länger“, kündigte Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) in der jüngsten Sitzung des Linnicher Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt an — und bewies es.

Das Integrierte Handlungskonzept (IHK) nimmt Fahrt auf, auch wenn auf den Straßen noch nichts zu sehen ist. Das wird noch einige Monate so bleiben. Bis die Umgestaltung der Rurstraße unter die Schaufel kommt, wird es Frühling werden. „Baubeginn wird im Mai 2017 sein“, sagte die Bürgermeisterin mit fester Zuversicht. Hinter den Kulissen brummt es hingegen schon vor Betriebsamkeit.

Alle Projekte, die im kommenden Jahr anstehen, „müssen jetzt gerechnet“ und in Antrags-fähige Form gebracht werden. Dazu zählt neben der Großmaßnahme Rurstraße und dem Ausbau des Place des Lesquin auch die Rurbrücke. Am 25. November ist ein Abstimmungsgespräch mit der Bezirksregierung angesetzt. Dabei wird das Thema Finanzen seinen Stellenwert haben. Marion Schunck-Zenker erinnerte gern an den Bewilligungsbescheid über 1,35 Millionen Euro zur Förderung der Umgestaltung der Rurstraße, den Regierungspräsidentin Gisela Walsken im September persönlich überbracht hatte.

„Das hatte aber einen Wermutstropfren“, eröffnete die Bürgermeisterin dem Ausschuss. „Davon sind in diesem Jahr nur 60.000 Euro kassenwirksam.“ Konsequenz: „Wir werden also stärker in Vorleistung gehen müssen.“ Die Kämmerei arbeite die nötigen Mittel in den Haushalt ein. Gleichwohl müsse dazu die Billigung der Bezirksregierung eingeholt werden.

Als sehr konstruktiv bezeichnete die Bürgermeisterin den Austausch mit der Stadtbevölkerung. Bei einer Anwohnerinformation Anfang November mit rund 300 Teilnehmer sei zwar Kritik an einzelnen Umgestaltungsmaßnahmen geäußert worden, aber auch eine Reihe von Anregungen, die vom Planungsbüro aufgegriffen wurden.

Aus Gründen, auf die die Stadt keinen Einfluss hatte, ist das Projekt Integrations- und Begegnungsstätte auf dem Place de Lesquin zeitlich etwas in Verzug geraten ist. Am 23. November ist Abgabefrist der Angebote. Drei Interessenten sind laut Bürgermeisterin in der Endausscheidung. Ursprünglich war schon für den 24. November eine Sondersitzung des Fachausschusses geplant, um über die Vergabe zu entscheiden.

Dieser Termin wird nicht zu halten sein. Auf dem Place de Lesquin hat man allerdings schon erste Aktivitäten wahrnehmen könne. Vermesser und Bodengutachter tummelten sich dort schon, und der Kampfmittelräumdienst hat ebenfalls schon mal ein Auge auf den Platz geworfen. Auf planungsrechtlicher Ebene befindet sich der Bebauungsplan für den gesamten Bereich in der ersten Beteiligungsrunde.

Dass es auch auf dem Place de Lesquin parallel zur Maßnahme „Rurstraße“ baulich rund geht, werden nicht zuletzt die drei Schützengesellschaften zu spüren bekommen. Sie werden ihre Bronk in den kommenden beiden Jahren „wohl nicht auf dem Kirmesplatz feiern können“, prophezeite die Bürgermeisterin. Zumindest 2018 wird das in gleichem Maße auch für den Karnevalsverein AKV gelten. Allerdings werden die Vereine nicht vor vollendete Tatsachen gestellt. „Da stehen wir in enger Absprache mit den Schützen und dem AKV, wo wir eine Alternative für das Zelt finden können“, versicherte Marion Schunck-Zenker.