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Jülich/Bergheim: Pfeifer & Langen investiert 100 Millionen Euro in rheinische Zuckerwerke

Jülich/Bergheim : Pfeifer & Langen investiert 100 Millionen Euro in rheinische Zuckerwerke

Nach fünf Jahrzehnten Kontinuität und Stabilität mit festen Zuckerquoten und Rübenmindestpreisen sind Landwirte und Industrie nach Auslaufen der Zuckermarktordnung dem „freien Spiel der Kräfte ausgesetzt“, wie es Bernhard Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, bei der Mitgliederversammlung in Bergheim formulierte.

„Diese Mechanismen erreichen uns in voller Breite“, sagte Conzen weiter, der damit auf die Spitzenerträge der gerade abgeschlossenen Kampagne verwies sowie die gleichzeitige „Sorge um die Preise“, die mit der Rekordernte verbunden ist. Dass der Zielertrag von 15 Tonnen Zucker pro Hektar weit übertroffen wurde und die Ertragsentwicklung der vergangenen 15 Jahre zeigten aber gleichzeitig, dass der Anbau von Zuckerrüben im Rheinland wettbewerbsfähig ist. Nun wünschten sich die Rübenbauern faire Rahmenbedingungen in Europa und Planungssicherheit.

In einer Art „Schicksalsgemeinschaft“, so Conzen, mit den Rübenbauern verbunden ist die Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG (P+L), die in ihren Werken die angelieferten Rüben zu Zucker verarbeitet und vermarktet. Deren Geschäftsführer Frank Walser pries das Produkt als regionales, gesundes und sicheres Lebensmittel, dessen nachhaltige Produktion bedroht sei. Um hier gegenzusteuern, bedürfe es der Unterstützung durch die Politik. „Wir können stolz sein“, verwies er auf die Kampagne, in der alle Beteiligten „mit der Leistung an Grenzen gegangen“ seien und dankte für den Einsatz auf Feld, Straße und in den Fabriken, die stets ausreichend mit Rüben versorgt worden seien.

Für die Region produzieren

„Die Preise schwanken auf nicht zufriedenstellendem Niveau“, griff Walser den Unmut vieler Landwirte auf. Er erklärte das auch mit der in ganz Europa ausgedehnten Anbaufläche für Zuckerrüben. Und: „Wir ersetzen 350.000 Tonnen Importzucker aus Zuckerrohr durch Rübenzucker. Wir produzieren aber nicht mehr Zucker.“ So setze P+L „voll auf die heimische Zuckerrübe, produziere in der Region für die Region“ und eine effiziente Logistik mit kurzen Wegen. Zudem sei das Rheinland eine Gunstregion für den Anbau von Zuckerrüben, an die das Unternehmen seit 148 Jahren glaube.

Weiterhin kündigte der Geschäftsführer an, dass P+L 2018 rund 100 Millionen Euro in seine rheinischen Werke investieren wird. In Jülich betrifft das etwa die bereits im Bau befindliche neue Siloanlage und ein Versandgebäude. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst“, sagte Frank Walser und appellierte an die Rübenbauern, den Markt gemeinsam zu gestalten, denn: „Nur Zucker schmeckt wie Zucker.“ Im weiteren Verlauf stand der Manager den Rübenbauern noch Rede und Antwort zu weiteren Fragen. Die beschäftigten sich unter anderem mit unterschiedlichen Kampagnenlängen in den verschiedenen Fabriken den Lieferverträgen, der Maut im Rahmen der Transportkosten und dem Preis für Überrüben.