Pfarrkirche St. Kornelius Rödingen: Maria mit Mai-Altar verehrt

Pfarrkirche St. Kornelius : Gottesmutter Maria mit würdigem Maialtar verehrt

„Maria – Du Königin aller Heiligen, bitte für uns“. So lautet der der Lauretanischen Litanei entnommene Leitsatz der diesjährigen Marien- und Maiandachten in der Rödinger Pfarrkirche St. Kornelius. Wie in vielen anderen Gemeinden ist auch hier am Vorabend des 1. Mai ein wunderschön anzusehender Maialtar errichtet worden.

Verantwortlich für das würdige Arrangement ist seit vielen Jahren Josef Porta mit seinem Team. Auf die oft aufkommende Frage, ob Maialtäre heutzutage noch zeitgemäß seien, gibt es nicht nur für ihn als gläubigen Katholiken eine einfache Antwort: „Die Verehrung der Gottesmutter Maria, ganz besonders im Mai, ist zeitlos und unterliegt keinen modischen Strömungen.“

Verschiedene Quellen berichten übereinstimmend, dass diese Art der Marienverehrung erstmals 1784 vom Kamillianer-Orden in der italienischen Stadt Ferrara gefeiert wurde. In Deutschland findet sich der Ursprung 1841 im Kloster der „Guten Hirtinnen“ in der Nähe von München.

Nahezu alle deutschen Diözesen folgten bald dem Beispiel der Ordensschwestern, auch in viele private Haushalte zog der Brauch ein. Dass der Mai zum Marienmonat gewählt wurde, wird mit dem Erwachen neuen Lebens im Frühling und der schier unerschöpflichen Blütenpracht, die neues Leben verheißt, in Verbindung gebracht.

Für eine feierlich würdige Atmosphäre der zum Auftakt allen Familien gewidmeten Andacht am Maifeiertag sorgten in St. Kornelius Kirchenchor, Solistin, Organist und Lektoren, die in Lied- und Textform die Gottesmutter „Maria Maienkönigin“ würdigten und um Beistand baten. Stellvertretend für die Aufarbeitung aktueller Themen und Fragen, mit denen sich viele andere katholischen Gemeinden mit Maialtären in ihren Andachten befassen, kann die Ansprache des Seminaristen zum Priesteramt, Nico Jülich, angeführt werden.

So kritisierte er am Beispiel von Kakaoplantagen in Ghana und der Elfenbeinküste das Verhalten gieriger Gesellschaften und Unternehmen, die sich mittels Kinderarbeit, Ausbeutung und Erniedrigung bereichern. Sich für die Opfer krimineller skrupelloser Menschen einzusetzen, auch das sei Bestandteil von (Mai)Andachten.

Fast 70 Gläubige fanden am Maifeiertag den Weg in die Rödinger Pfarrkirche St. Kornelius. Ein Großteil von ihnen beabsichtigt, auch die anstehenden Termine wahrzunehmen. Zudem ist die Kirche im Monat Mai täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, so dass ein stilles Gebet vor dem Maialter und die Verehrung Marias möglich sind.

(jago)
Mehr von Aachener Zeitung