Seit 1976 in Jülich gewirkt: Pfarrer Peter Jöcken verstirbt überraschend

Seit 1976 in Jülich gewirkt : Pfarrer Peter Jöcken verstirbt überraschend

Pfarrer Dr. Peter Jöcken ist am Samstagmorgen überraschend im Alter von 81 Jahren verstorben. Josef Wolff, der leitende Pfarrer der Gemeinde Heilig Geist Jülich, hat das am Samstag mitgeteilt.

„Dr. Peter Jöcken ist heute am Morgen tot in seiner Wohnung gefunden worden, nachdem er gestern gut erholt und dynamisch aus der Kurzzeitpflege wieder nach Hause umgezogen war“, teilte Wolff am Samstag mit. Derzeit steht laut Wolff noch nicht abschließend fest, wann Jöcken beerdigt wird. Angedacht ist zudem laut Wolff, den Verstorbenen in seiner Heimatkirche St. Martinus Kirchberg aufzubahren.

Peter Jöcken war seit 1976 als Seelsorger in Jülich tätig. Damals trat der in Krefeld geborene Theologe und Geistliche seine Stelle als Pfarrer in der Gemeinde St. Martinus Kirchberg an, die heute zu Heilig Geist gehört. Bis 2012 übernahm er zusätzlich die Seelsorge in den Gemeinden Heilige Maurische Märtyrer Bourheim, St. Stephanus Selgersdorf, St, Josef Krauthausen, St. Adelgundis Koslar/Engelsdorf und St. Barbara Schophoven.

„Er war ein Mann, der fest für seinen Glauben und für seine Überzeugungen eingestanden ist“, sagte der ehemalige Jülicher Bürgermeister Dr. Peter Nieveler, der Jöcken kennt, seit er 1976 nach Jülich gekommen war. „Er war aber auch jemand, dem es wichtig war, mit Menschen anderer Konfessionen und anderer Religionen zu reden“, erinnert Nieveler an den christlich-islamischen Arbeitskreis, den Jöcken vorangetrieben hat. Oder an das Engagement des Pfarrers beim Bewahren der Erinnerung an die Rolle der Kirchberger Villa Buth als Internierungslager für Juden zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Jöcken, so Nieveler weiter, sei ein eigenwilliger Mann gewesen, mit dem es durchaus zu Diskussionen habe kommen können. „Aber es gab nie ernsthaften Streit, wir konnten immer gut miteinander reden“, blickte Nieveler zurück. Ausgezeichnet habe Jöcken zudem eine Nähe zum Brauchtum, beispielsweise zu Schützenbruderschaften und Karnevalsgesellschaften. Zudem sei der verstorbene Pfarrer, dessen Stimme in Jülich bis zuletzt gehört wurde, ein sozial sehr engagierter Mensch gewesen, der gerne geholfen habe, finanziell oder mit Rat und Tat. „Das war für ihn immer selbstverständlich, das hat er nebenbei gemacht, ohne groß darüber zu reden“, schilderte Nieveler.

Priesteramt als Berufung

Das Priesteramt sei für Jöcken kein Beruf gewesen, sondern eine Berufung. Auch nach seiner Pensionierung mit 75 Jahren hat Jöcken sich nicht zurückgezogen. „Er hat seine Gemeinden freiwillig weiter betreut“, sagte Nieveler und erinnerte sich an eine Osternacht, in der Jöcken trotz großer Erschöpfung noch die Messe gelesen habe und anschließend ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Jöckens Tod kommt überraschend, da er nach schwerer Erkrankung Ende des vergangenen Jahres auf dem Weg der Besserung war. „Bei mir hat das Herz noch nicht begriffen, was und wen wir da so plötzlich verloren haben, der das Schwierigste eigentlich schon hinter sich gelassen hatte …“, schließt Wolff in seiner Mitteilung. „Wir haben Peter Jöcken ganz viel zu verdanken. Das Ewige Licht leuchte ihm!“