Jülich: Peter Salentin Quartett spielt grandioses Miles Davis-Tribute-Konzert

Jülich: Peter Salentin Quartett spielt grandioses Miles Davis-Tribute-Konzert

„Es gibt nur zwei Arten von Musik — gute und schlechte Musik“, hat Miles Davis einmal gesagt. Er war nicht nur gut, sondern genial und schrieb über vier Jahrzehnte Jazzgeschichte. Mit einer musikalischen Verbeugung vor dem bedeutenden Jazz-Trompeter, Komponisten und Bandleader, der 1991 verstarb, setzte Hans Peter Salentin mit seinem Quartett ein Highlight im diesjährigen Konzertreigen des Jazzclub Jülich.

Der Musikprofessor aus Bad Münstereifel ließ mit seiner Band den unterkühlten, aber intensiven Sound des Jazzgiganten im Palmengarten des Technologiezentrum Jülich wieder auflodern. Für Hans Peter Salentin und seine hochkarätigen Begleiter war es eine große Herausforderung, der anspruchsvollen Musik des Trompeters eine Frischzellenkur zu verpassen.

Überwiegend sind es unter die Haut gehende Balladen, sehr modal, die den Musikern viel Raum für ausgedehnte improvisatorische Spaziergänge lassen und dabei das ganze Können der Musiker fordern. So entstand ein tolles Konzert mit einzigartigen Momenten, wie bei brillanten Kostproben aus dem Schlüsselwerk „Kind Of Blue“.

Schon bei dem ersten Stück „All Blues“ breitete sich der so typische coole sandige Trompeten-Dämpfer-Sound der 60er im TZJ aus, der die Zuhörer unweigerlich in seinen Bann schlug. „Der spricht ja mit seiner Trompete“, betonte einer der Gäste anerkennend. „Unser Projekt ist ein Tribut an Miles Davis, mit dem wir der jüngeren Generation Gelegenheit geben, seine Musik kennen zu lernen, und dem älteren Publikum die große Zeit von Davis in Erinnerung rufen“, erklärte Salentin.

So entwickelte er mit den Musikern Josha Ötz am Kontrabass, Jürgen Dahmen am Klavier und Stefan Schneider am Schlagzeug an diesem Abend einen energiegeladen Tanz der Töne auf ganz hohem Niveau. „Ich kenne meine Begleiter schon seit Jahrzehnten, jeder von ihnen könnte mühelos ein Solokonzert geben“, sagte Salentiin.

Bei Stücken wie „Bye Bye Blackbird“, „Autumn Leaves“ „So What“ oder „My Funny Valentine“ waren die Vier ganz nahe am Original, und doch war ihre eigene Handschrift unverkennbar. „Ich möchte, dass mich meine Kollegen zum Grinsen bringen“, wünschte der Trompeter vor dem Auftritt. In den folgenden zweieinhalb Stunden tat er dies des Öfteren bei den wunderbaren Solausflügen seiner Band.

(kr)