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Kirchberg: Peter Jöckens feiert 80. Geburtstag mit seinen Gemeinden

Kirchberg : Peter Jöckens feiert 80. Geburtstag mit seinen Gemeinden

Mit einer Eucharistiefeier, „die ja von ihrem Wesen und Namen her ein Dankopfer ist“, dankte Dr. Peter Jöcken anlässlich seines 80. Geburtstags zunächst Gott, aber auch zahlreiche Weggefährten für Schutz und Beistand.

Die Kirche St. Martinus in Kirchberg war voll, Menschen aus Jöckens „sechs Gemeinden und darüber hinaus“ hatten sich versammelt, darunter Kommunionkinder, Messdiener, Maiclubs und Schützenbruderschaften und die Jülicher Kolpingsfamilie, letztere drei mit ihren Fahnenabordnungen.

Weil „Peter und Paul zusammengehören“, feierte das Geburtstagskind die Messe in Konzelebration mit Paul Cülter aus dem Pastoralteam „Heilig Geist“. Zum freudigen Anlass passte die Liturgiefarbe des vierten Fastensonntags „Laetare“ (freuet euch). Eigentlich sind hier rosafarbene Messgewänder vorgesehen, die aber „arme Pfarreien“ meist nicht haben. So trugen Priester und Messdiener auf Cülters Vorschlag hin weiße Obergewänder.

„Mein Leben — Dank an Gott“ hatte Jöcken seine „Ansprache“ überschrieben, in denen er allen Wegbegleitern, „denen ich in meinem Leben anvertraut war“ seinen Dank aussprach, unter anderem Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Lehrern, Professoren und Dozenten. Dazu zählten auch der jetzige emeritierte Weihbischof Dr. Gerd Dicke, damals Studienreferendar, und der heutige emeritierte Papst Benedikt XVI, damals Professor Josef Ratzinger, Dozent an der Uni Bonn, wo Jöcken Philosophie und katholische Theologie studierte.

Wichtige Hilfe im Jahr 1945

Ganz besonderen Dank schulde Jöcken einer Frau, „deren Namen ich heute nicht mehr kenne, die mich, nachdem ich zum Kriegsende ein halbes Jahr schwer krank war, im Sommer 1945 durch Nachhilfe befähigt hat, problemlos in die zweite Hälfte des ersten Schuljahres aufgenommen zu werden. Sie hat mir ein ganzes Lebensjahr geschenkt“, resümierte der Jubelpriester.

Mittelpunkt seiner Ansprache war seine Mutter Elisabeth Jöcken, geborene Schöter. Ihr zu Ehren trug der Priester einen Teil seiner Beerdigungsansprache aus 1993 vor. Kurz zusammengefasst hat die Verstorbene als herzkranke Frau trotz ärztlicher Bedenken ihr Kind gewollt, ausgetragen und trotz der ärmlichen Verhältnisse in der Nachkriegszeit liebevoll großgezogen.

„Besonders Dir verdanke ich meine Liebe zu Gott und dem Gottesdienst, die Du in mich schon als Kind unausrottbar eingepflanzt hast“, stellte der Jubilar heraus.

69 Jahre alte Sopranblockflöte

Die Verstorbene erkannte sogleich die Berufung ihres Sohnes zum Priester und „legte sich krumm“ für sein Studium und die Förderung seines musikalischen Talents. Die Sopranblöckflöte, die seine Mutter ihm 1949 schenkte, hält der Priester heute noch in Ehren. Nicht zuletzt führte Elisabeth Jöcken 29 Jahre lang „aufopferungsvoll“ den Haushalt ihres Priestersohnes in Düren, Aachen und Kirchberg.

„In kontinuierlicher Nachfolge“ schaffe Irena Bzowski seit nunmehr über 25 Jahren Jöcken den Freiraum, „ohne Probleme der Haushaltsführung mich hundertprozentig dem ganztägigen Seelsorgedienst an den Menschen zu widmen“.

Seinen „vielstimmigen Dankesruf“ führte Jöcken abschließend „wieder zurück auf Gott, den wunderbaren Herrn des Lebens“. Traditionell traten die Kommunionkinder aller Gemeinden gemeinsam mit Messdienern und Fahnenabordnungen zum Hochgebet an den Altar.

Alle Gottesdienstbesucher waren im Anschluss zu einer „lockeren Feierstunde“ ins Jugendheim eingeladen.

(ptj)