Linnich: Patienteninformation in Linnich zur Fußerkrankung Halux valgus

Linnich: Patienteninformation in Linnich zur Fußerkrankung Halux valgus

Er trägt uns durchs Leben, hat täglich eine Belastung von rund hundert Tonnen zu bewältigen und legt im Laufe eines Menschenlebens rund 120.000 Kilometer zurück. Er ist ein sehr kompliziertes Gebilde, bestehend aus 28 Knochen, 31 Gelenken sowie 107 Bändern und Sehnen.

Trotzdem wurde der Fuß in der Vergangenheit meist stiefmütterlich behandelt. In der Medizin hat sich das erst in den letzten 15 Jahren geändert, denn um seine Behandlung hat sich ein komplexer Fachbereich entwickelt. Das berichtete Arja Mullahi, Leiter des Endoprothetikzentrums, Orthopäde, Unfallchirurg und zertifizierter Fußchirurg am St. Josef Krankenhaus in Linnich.

Mit der AOK Rheinland hatte das Krankenhaus zu einer Patienteninformation in den Rathaussaal eingeladen. „Wenn der Fuß schmerzt“ lautete der Titel, wobei Mullahi speziell auf den Hallux Valgus, die häufigste Fußerkrankung einging, bei der es sich um eine Verschiebung der Großzehe zum Außenrand und eine Verschiebung des ersten Mittelfußknochens zum Fußinnenrand handelt.

Meist ist diese Fehlstellung schon mit dem bloßen Auge zu erkennen, dennoch ist auch hier eine gründliche Anamnese erforderlich, um eine auf den Patienten und seine Belange zugeschnittene Therapie einzuleiten. „Genetische Faktoren können beim Hallux Valgus eine Rolle spielen, ebenso wie Übergewicht, zu starke Belastung durch Leistungssport oder langes Stehen und nicht zuletzt zu enges Schuhwerk und zu hohe Fersenabsätze“, erklärte Mullahi.

Adäquates Schuhwerk ist A und O

So sei es der erste Schritt bei der Behandlung der Erkrankung, die mit starken Schmerzen, Schwielenbildung und Rötungen an den Ballen einhergeht, für adäquates Schuhwerk zu sorgen. Zudem können bei der konservativen Therapie Kälte zur Linderung von akuten Beschwerden ebenso helfen wie Schmerzmittel sowie die Stärkung der Muskulatur durch Physiotherapie und Gymnastik, Tappen des Fußes und nicht zuletzt durch Schuheinlagen, die Fehlstellungen mindern und weiteren vorbeugen.

Weiterhin riet der Arzt dazu, möglichst viel barfuß zu gehen, um von vorneherein dem Hallux Valgus vorzubeugen. Sind die Fehlstellungen indes zu weit fortgeschritten, helfe nur eine Operation, erklärt der Chirurg.

200 Verfahren gibt es zurzeit und es gilt, die richtige Methode für den Patienten szuwählen. Er ging auf einige von ihnen ein, bei denen es in erster Linie darum geht, Keile aus den Knochen heraus arbeiten, dadurch die Fehlstellung zu korrigieren und sie mit Stiften, Nägel oder Draht zu fixieren. „Die bleiben drin und wachsen vollständig ein“, erklärte er seinen Zuhörern und wies darauf hin, dass man sehr gute Erfolge mit diesen Methoden verbuchen kann und eine deutliche Verbesserung der Erkrankung.

(Kr.)
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