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Jülich: Paten sollen bei der Integration helfen

Jülich : Paten sollen bei der Integration helfen

Was in Düren Gutes bewirkt hat, könnte auch dem Nordkreis von Nutzen sein. Deshalb denkt die Stadt Jülich daran, das in der Kreisstadt bewährte „Unterstützungssystem für Teilnehmende in Integrationskursen” einzuführen.

Es hat sich herausgestellt, dass die unter anderem von der Volkshochschule (VHS) angebotenen Integrationskurse für Menschen mit so genannten Migrationshintergrund um so effizienter sind, je mehr Ehrenamtler sich begleitend um die Teilnehmer kümmern und ihnen bei Dingen des Alltags sowie durch persönlichen Zuspruch helfen.

Daran will der Leiter der VHS Jülich, Günter Vogel, nun anknüpfen. „Seit dem Jahre 2005 laufen in Jülich entsprechende Integrationskurse”, sagte er. Deren Erfolgsquote könnte noch gesteigert werden. „Wir wollen diese sinnvolle Begleitmaßnahme jetzt auch auf den Weg bringen.”

Voneinander lernen

Anke Niederschulte vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) stellte ihr bewährtes Projekt mit dem auffordernden Namen „Komm-In” im Ausschuss für Kultur, Integration und Soziales vor. Menschen aus den verschiedensten Regionen der Erde wollen und sollen in Deutschland zurecht kommen.

Nicht nur mit Blick auf die Betroffenen, sondern auch angesichts der problematischen Alterspyramide in Deutschland ist das sehr wichtig, wurde klar. Hierfür will nun auch die Stadt Jülich ehrenamtliche „Integrationspaten” gewinnen. Denn Integration beschränkt sich nicht nur auf das Erwerben von Sprachkompetenz. In Kursen sollen die Paten auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden.

Beide Seiten dürften von dem Austausch etwas haben: Da kann zum Beispiel der pensionierte deutsche Lehrer der aus Afrika stammenden Mutter erklären, wie hierzulande Schule funktioniert, und umgekehrt im persönlichen Gesprächen erfahren, wie in Somalia der Alltag aussieht.

Da vermag der Straßenfußballer aus der Dritten Welt von einem Jugendtrainer eines Jülicher Fußballclubs zu lernen, wie hierzulande ein Verein und Nachwuchsarbeit läuft, und umgekehrt, dass auch Kicken ohne bierernstes System Spaß machen kann und Talente fördert, um nur einige Beispiele zu nennen.

„Es ist eine spannende Geschichte, andere Menschen und Kulturen kennen zu lernen”, sagte Niederschulte.

Der Aufwand für die „Integrationspaten” nach Aussage von Niederschulte: etwa ein Treffen für anderthalb Stunden pro Woche.

Geringer Aufwand

Bei dem Projekt in Düren wurden hierfür Räume zur Verfügung gestellt, Versicherungsschutz gewährt und eine kleine Aufwandsentschädigung gewährt. Daran dürfte es in Jülich nicht scheitern, wie zu hören war. Bei der Realisierung will Vogel nun die „gute Vernetzung” in Jülich nutzen.