Jülich: Paladine der Kinder auf dieser Welt

Jülich: Paladine der Kinder auf dieser Welt

Es war im Jahre 1960, als der Schweizer Journalist Edmond Kaiser in Lausanne unter den Eindrücken des Algerienkrieges das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ aus der Taufe hob. „Auch wenn wir keine direkte Schuld an dem tragen, was Kinder erleiden, dürfen wir nicht schweigen“, war der Kerngedanke dieser Bewegung, die 1967 auch nach Deutschland kam.

Mit dabei war damals auch das Jülicher Ehepaar Jo und Lorenz Könen, das kurz darauf auch in ihrer Heimatstadt eine Arbeitsgruppe ins Leben riefen. Doch es hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht viel geändert in der Welt. Nach wie vor sind solche Hilfswerke dringend nötig, denn immer noch sind Kinder von Hunger und Elend bedroht, erleben Krieg und Zerstörung werden als Kindersoldaten und billige Arbeitskräfte missbrauchten und erleben sexuellen Missbrauch und Ausbeutung.

In 34 Ländern der Erde ist terre des hommes Deutschland mittlerweile aktiv und fördert 406 Projekte für in Not geratene Kinder.

Milchpulver für Biafra

An zahlreichen Aktionen hat sich auch die Jülicher Arbeitsgruppe beteiligt, die zunächst einmal eine Altpapiersammelaktion startete, um Gelder aufzutreiben, um damit Milchpulver für hungernde Kinder in Biafra zu erstehen. Später kam noch ein Weihnachtsbasar dazu, und als zweites Standbein engagierte man sich politisch, in dem man über die Situation von Kindern in Krisengebieten aufklärte.

„Es ist ein langer Weg gewesen. Dieser Weg ist gesäumt mit der Erfahrung von Not, Ungerechtigkeit und dem Elend von Kindern. Dieser Weg ist auch besetzt mit der Hoffnung, dass dies änderbar und die Entwicklung einer menschlichen Gesellschaft immer noch möglich ist“, erklärte Karin Bittmann bei der Eröffnung einer Ausstellung in der Sparkasse Düren, Beratungscenter Jülich. Sie verlas die kritischen Worte von Lorenz Könen, der diese Gruppe mit aufgebaut hatte.

Kritische Worte fand auch Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs, der die Schirmherrschaft übernommen hatte. Er griff noch einmal den Kerngedanken der Gründerväter auf. „Auch wenn wir keine direkte Schuld haben…“, so erklärte er, trage Europa doch einen Großteil Schuld mit, die auf die Ausbeutung in diesen Ländern zurückgehe und die im Mittelalter begann und sich bis heute fortsetze. Er dankte der Jülicher Gruppe für ihr beispielhaftes Engagement.

Die Ausstellung, die von terre des hommes Deutschland zusammengestellt worden war, machte deutlich, wo noch überall Hilfe erforderlich ist, zeigte auch, wo Hilfe angekommen ist. Außerdem gab es ein Fotobuch, in dem die Jülicher Gruppe ihre Arbeit von ihrer Gründung bis heute darstellte.

Die Ausstellung ist bis zum 17. November in der Jülicher Sparkasse zu sehen.

(Kr.)