Siersdorf: Omnifol hat viel auf der Rolle

Siersdorf: Omnifol hat viel auf der Rolle

Die Omnifol Kraus GmbH im Siersdorfer Industriepark Emil Mayrisch ist ein Musterbeispiel dafür, dass man in Deutschland „mit Glück und Fleiß ein Unternehmen aufbauen kann”, wie es Geschäftsführer Thomas Kraus formuliert. „Wir haben nichts erfunden” - dem 1984 gegründeten Unternehmen sei es aber gelungen, eine Nische im Markt zu erkennen und zu besetzen.

Zu Erfolg und Wachstum trug nicht zuletzt die Flexibilität der beiden Gründer bei.

Die Gebrüder Jürgen und Thomas Kraus aus Jülich, von Hause aus Kaufleute, begannen als klassischer Zwei-Mann-Betrieb. In Düren-Hoven mieteten sie eine gut 200 Quadratmeter kleine Halle.

Ihre Geschäftsidee: Sie konfektionierten Schrumpffolie für die staub- und wasserdichte Verpackung von Paletten, die sie deutschlandweit per Lkw an ihre Kunden auslieferten. Die Maschine zum Zuschneiden ist bis heute in Gebrauch. „Ein Stück Nostalgie”, wie Thomas Kraus bekennt.

Später kam das Recycling von Kunststoffen dazu, inzwischen das Hauptgeschäft der Firma. Dazu wurden und werden sortenrein sortierte Industrieabfälle - etwa die Verschnitte von Kunststoffteilen - aufgekauft, eingemalen und das Malgut wieder verkauft.

Die Omnifol GmbH expandierte und kaufte nach kurzer Zeit eine größere Halle in Huchem-Stammeln.

Der nächste Schritt war 1992 der Entschluss, selbst eine Kunststoffproduktion aufzuziehen und Tiefziehfolie herzustellen.

Mit Vater Heribert als fachkundigem Berater in technischen Fragen an der Seite wurde als Tochterunternehmen die Omnifol Kunststoff Produktions GmbH gegründet.

Das thermoplastische Halbzeug - es wird ausschließlich Rollenware produziert - dient beispielsweise der Herstellung von Kunststoff-Einsätzen.

Je nach Branche kann für die Folie auch das eigene Recycling-Granulat verwendet werden. Dient die Folie später der Verpackung von Lebensmitteln, werden ausschließlich „frische” Rohstoffe verwendet.

Seit 2000 in Siersdorf

Da das Unternehmen mit seiner erweiterten Angebotspalette schnell Fuß fasste, kam eine weitere Halle hinzu, bevor auch in Huchem-Stammeln das Ende der Fahnenstange erreicht war.

Da kam der EBV ins Spiel, der eine leer stehende Halle mit über 2000 Quadratmetern in Siersdorf anbot, die im Jahr 2000 bezogen wurde.

Mehrere Anbauten später fühlt sich die Firma mit ihren 24 Beschäftigten und drei eigenen Lkw gut aufgestellt, um dank hoher Flexibilität - die Vorlaufzeit beträgt oft nur fünf Tage - weiterhin im Markt bestehen zu können.

Die Kundschaft ist bunt gestreut bis nach Skandinavien und in die Schweiz. Der Exportanteil beträgt immerhin rund 50 Prozent.

Interessant ist auch als „Untermieter” die Verope AG, für die eine Halle errichtet wurde. Das Unternehmen vertreibt in ganz Europa Spezialdrahtseile, die etwa für Kräne, Aufzüge oder in Häfen gebraucht werden.

Das Jubiläum im September wird wohl im kleinen Kreis gefeiert. Brimborium ist die Sache der Gebrüder Kraus nämlich nicht.

Mehr von Aachener Zeitung