Boslar/Ederen: Offene Bücherschränke stehen bald auch in Boslar und Ederen

Boslar/Ederen : Offene Bücherschränke stehen bald auch in Boslar und Ederen

Nach einem erfolgreichen Testdurchlauf in Linnich werden in den Ortschaften Boslar und Ederen zwei weitere Bücherschränke aufgebaut. Die beiden neuen Mini-Schränke fassen 200 Bücher. Diese Bücherschränke sollen einen öffentlichen Austausch von Büchern ermöglichen und einen Treffpunkt bilden, sagte Bürgermeisterin Schunck-Zenker (SPD).

Hans-Jürgen Greve von „Urbanlife“ entwarf und realisierte die Schränke. Der Kölner Architekt hatte 2013 bereits den Schrank in Linnich gebaut und arbeitet seit elf Jahren an seinem Projekt „offener Bücherschrank“.

Das Prinzip dieser offenen Bücherschränke ist sehr simpel. Man nimmt sich die Bücher, die einem gefallen und legt im Austausch eigene hinein. So können alte Bücher einfach weitergegeben werden. Jeder Bücherschrank hat mindestens einen Bücherpaten, der sich um den Schrank kümmert und unangemessene Literatur gegebenenfalls entfernt. Die kleineren Schränke in Boslar und Ederen sind ein weiteres Pilotprojekt, das durch die Zusammenarbeit der Stadt Linnich und dem Unternehmen „innogy“ ermöglicht wurde.

Doch der Vorschlag für einen Bücherschrank in Boslar lag der Stadt schon seit ein paar Jahren auf dem Tisch. Die Idee kam damals von Ortsvorsteher Manfred Neukirchen, der nun die Bücherpatenschaft für das Boslarer Exemplar übernimmt. „Dinge in Boslar dauern immer etwas“, fügte er scherzhaft in seiner Eröffnungsrede hinzu. Marion Schunck-Zenker ist ebenfalls sehr zufrieden mit dem erfolgreichen Abschluss.

„Der Bücherschrank in Linnich wird sehr gut angenommen“, sagte die Bürgermeisterin. Daher freue sie sich, dass die Stadt Linnich auch bei diesem Pilotprojekt dabei sein dürfe. „Ich kann Bücher einfach nicht wegwerfen“, ergänzte sie. Michael Stangel, der Regionsleiter Kommunales Partnermanagement von „innogy“, freute sich über diese Partnerschaft mit der Kommune, die über das Stromnetz hinausgehe.

Die kleinen Bücherschränke korrodieren mit der Zeit, doch das sei beabsichtigt, erklärte Greve. „Der Rost bildet eine Schutzschicht, die zudem fast vollständig abriebfest ist.“ Im Falle von Vandalismus könnten Schmierereien einfach abgeschmirgelt werden.

Vandalismus scheint hingegen kein großes Problem zu sein, das Angebot wird reichlich genutzt. „Die Bücher wechseln sehr häufig.“, sagte die Bürgermeisterin zu dem Linnicher Modell. Man würde die kleinen Prototypen erstmal beobachten und die Resonanz abwarten. „Wenn diese positiv ausfällt, kann man weiterschauen.“

(ikr)