Jülich: Oberstufen-Schüler am Gymnasium Zitadelle haben Parkprobleme

Jülich: Oberstufen-Schüler am Gymnasium Zitadelle haben Parkprobleme

Jeden Vormittag haben die älteren Schüler des Gymnasiums Zitadelle das gleiche Problem: Ihre Parkzeit läuft ab, was tun? Einen Rüffel vom Lehrer riskieren oder lieber die „Knolle” von der Stadt. Eine Misere, die sich mit Beginn der Abiturarbeiten noch verschärft.

Angesichts steigenden Parkbedarfs sah sich die Stadt Jülich vor Jahren veranlasst, die Parkdauer im Wallgraben auf maximal drei Stunden zu begrenzen. Den Besuchern der Heime, aber auch dem dort beschäftigten Personal wollte man damit Rechnung tragen.

Für die zunehmende Schar der PKW-gerüsteten Schülerschaft ergibt sich damit jedoch die Misere. In den Morgenstunden einen Parklplatz zu finden, ist kein Problem. Der Parkstreifen am Wallgraben ist gähnend leer.

Allerdings muss der kostenfreie Parkplatz nach drei Stunden geräumt werden, zumindest theoretisch. Wenn sich nur die Parkscheibe bewegt, ist die Stadtverwaltung derzeit jedoch machtlos. Allerdings ist selbst diese Maßnahme für die Schüler problematisch.

„Die älteren Schüler haben meist Doppelstunden, in denen es lediglich eine Fünf-Minuten-Pause gibt,” sagte Schulleiter Karl-Heinz Kreiner. „Da riskieren die Autofahrer einen Eintrag ins Klassenbuch.” Wie das Problem in Zeiten schriftlicher Abiturarbeiten gelöst werden kann, weiß der Schulleiter auch nicht, aber: „Ich bin auf Seiten meiner Schüler.” Die wiederum haben sich des Problems angenommen und einen „Car-Day” veranstaltet. In der Frühe zeigte ein Zettel mit einem „S” im Fahrzeug auf den Pennäler-Status. Dann wurde gezählt, immerhin 52 Autos hatten das Zeichen.

Verlässliche Daten

Die Schülervertreter wollten mit dieser Aktion verlässliche Daten über die Zahl der Betroffenen bekommen. Damit beabsichtigt die Vertretung, einen Bürgerantrag bei der Stadtverwaltung zu stellen.

„Einige von uns kommen schon in Fahrgemeinschaften”, sagt Schülersprecher Abel Michael. „Gerade in der Oberstufe können wir Bus und Bahn vergessen bei Unterrichtszeiten bis nach 17 Uhr. Da bleibt nur das Auto.”

„Wir sehen keinen Handlungsbedarf,” erklärte Ordnungsamtsleiter Hans Pinell auf Nachfrage. „In einigen Straßen im Nordviertel besteht die Möglichkeit, kostenfrei unbegrenzt zu parken. Die Schüler müssen dann nur einen etwas längeren Weg bis zur Zitadelle in Kauf nehmen.” Alternativ empfahl Pinell, in Prüfungszeiten lieber die Kosten für das Parkhaus in Kauf zu nehmen, als einen Strafzettel zu riskieren.