Jülich: NRW-Ministerin Schulze ist von Jülich begeistert

Jülich: NRW-Ministerin Schulze ist von Jülich begeistert

Wenn der SPD-Ortsverein Jülich am letzten Märzsonntag Mitglieder, Parteifreunde und alle Interessenten an der lokalen und überregionalen Politik zum Frühjahrsempfang in das Glashaus des Brückenkopfparks einlädt, darf man sich stets auf den Besuch eines hochrangigen Repräsentanten der Sozialdemokratie freuen.

Bei der nunmehr zehnten Veranstaltung begrüßte der neue OV-Vorsitzende Marco Maria Emunds die NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Svenja Schulze. Emunds würdigte in seiner Ansprache den besonderen Status, den Jülich inzwischen weltweit als Wissenschaftsstandort genießt mit der Feststellung: „Eine Investition in Jülich ist eine Investition in die ganze Welt.“ Bedauerlich sei lediglich, dass man keine Partnerstadt mehr habe.

Ein besonderes Willkommen galt dem Initiator der „Radtour der Hoffnung“, Peter Schumacher, der in diesem Jahr sieben Länder in Osteuropa besucht und eine Spende überbringen wird. SPD-Bundesschatzmeister Dietmar Nietan lässt es sich seit vielen Jahren nicht nehmen, dem Ortsverein Jülich seine Aufwartung zu machen.

Kritischen Worten in Richtung einiger Energieunternehmen, in denen „Entscheidungen getroffen worden sind, die nicht von Weitsicht geprägt waren“, folgte ein Lob an die in NRW regierende Koalition unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die nun mit der kürzlich veröffentlichten Leitentscheidung 2030 eine energiepolitische Zielvorgabe mit Planungssicherheit bieten würde. Die bevorstehenden Europawahlen nahm Nietan zum Anlass, eindringlich auf die den Frieden stabilisierende Europäische Union aufmerksam zu machen, die man sich „nicht kaputtreden lassen“ dürfe. Die Chance, dass mit Martin Schulz ein bekennender Europäer und Vollblut-Sozialdemokrat an die Spitze gewählt werden könne, sei eine Verpflichtung, von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen.

„Woran denken Sie, wenn Sie Las Vegas hören?“, fragte Svenja Schulze zum Einstieg ihrer Rede und spannte den Bogen vom illustren Spielerparadies in der Wüste Nevadas in den Kreis Düren. Ihre Antwort auf die gleiche Frage in Bezug auf Jülich lautete: „Wenn ich an Jülich denke, dann denke ich an Spitzenforschung.“ Die Ministerien zeigte sich äußerst informiert über die Region und die Stadt, die sie während einer Ballonfahrt in ihrer ganzen technologisch imposanten Struktur mit Solarturm, Fachhochschule und Forschungszentrum erkundet hatte.

Im weiteren Verlauf betonte sie die Wichtigkeit der Suche nach Antworten auf zukunftsträchtige Fragen der Gesellschaft. „Hier in Jülich kann man sehr genau sehen, wie das funktionieren kann“, war ihre Erkenntnis, die darauf zielt, „globale Herausforderungen vor der Haustüre zu klären“. Dabei sei die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg, die hier bereits begonnen habe, ein Antriebsmotor zur weiteren Nutzung von Gemeinsamkeiten.

Auch Svenja Schulze mahnte die enorme Wichtigkeit eines partnerschaftlich funktionierenden Europa-Parlaments an, in dem kein Platz für nationalistische Tendenzen sein dürfe: „Dieses Parlament ist im Moment bedroht, wir als Deutsche müssen dafür aufstehen, dass Europa eine gute Idee ist.“ Dass zur Fortsetzung der europäischen Idee in friedlicher Koexistenz aller Partner der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten die beste Wahl sei, stand für sie außer Frage: „Martin Schulz brennt für Europa.“

(jago)
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