Siersdorf: Noch in diesem Jahr wird an der Kommende gesägt

Siersdorf : Noch in diesem Jahr wird an der Kommende gesägt

Noch in diesem Jahr soll am Herrenhaus der Kommende in Siersdorf die Säge angesetzt werden. Das hat Guido von Büren bestätigt, der Vorsitzende des Fördervereins Kommende. Der Westturm des Herrenhauses sackt ab, jährlich um ein paar Millimeter.

Die Folge sind Risse im Gemäuer des Herrenhauses, die sich in den vergangenen Jahren verschlimmert haben. Deswegen hat sich der Förderverein nach Expertenratschlägen dazu entschieden, den Turm vom Hauptgebäude abzutrennen, um die Schäden nicht noch größer werden zu lassen. „Wir haben noch ein paar Arbeiten vor der Brust, die wir vorher erledigen müssen“, sagt von Büren. Das werde nicht mehr lange dauern, so dass das Ansetzen der Säge noch in diesem Jahr passieren soll.

Ziel 2019

Der Förderverein kümmert sich um das Retten der Kommende. Ziel ist es, den Zustand bis 2019 so weit stabilisiert zu haben, dass die Ruine zugänglich ist. Dann jährt sich die Schenkung der Kommende zum 800. Mal. Graf Wilhelm III. von Jülich hatte die Siersdorfer Kirche und das Umfeld an den Deutschen Ritterorden übertragen. Das Herrenhaus des Ordens stammt aus dem Jahr 1578, es wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört.

Der hoch aufgeschossene Dachaufbau von damals wird nicht wiederhergestellt, die Ruine soll aber vor weiterem Verfall gerettet werden. Daran arbeitet der Förderverein mit viel Eigenleistung, die Facharbeiten können mit Mittel des Landes, des Bundes und aus Denkmalschutzprogrammen bezahlt werden. Die Kommende gilt als schützenswert, weil sie neben der Zitadelle in der Region eine der wenigen erhaltenen Großbauten aus der Renaissance ist.

Eine große Säge kommt laut von Büren im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen nicht zum Einsatz. „Das Abtrennen geschieht mit einem Stahlseil, das mit Diamanten besetzt ist“, sagt von Büren.

(jan)
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