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Linnich: Noch immer fremdes Wasser im Kanalnetz

Linnich : Noch immer fremdes Wasser im Kanalnetz

Seit nunmehr einem Jahrzehnt drückt die Linnicher Kläranlage ein Fremdwasserproblem. Irgendwie kommt mehr an, als ankommen sollte.

Bemessen für eine Zulaufmenge von 240 Litern Schmutzwasser pro Sekunden wurden Zulaufspitzen von bis zu 360 l/sec. registriert. In den zurück liegenden Jahren wurden viele Ursachen von Fremdwasserzuflüssen in das 80 Kilometer Kanalnetz im Stadtgebiet entdeckt und abgestellt. Das Spektrum reicht vom unerlaubten Einspeisen von Dachwässern bis zu Quellwasser, das durch undichte Kanalrohre eindrang.

Eigentlich, so Bauingenieur Alwin Gietemann jüngst im Werksausschuss, glaubte er die Fremdwasserproblematik endlich zu den Akten gelegt, da meldete das Staatliche Umweltamt (StUA) erneut Alarm. Messungen hätten ergeben, dass im Winter bei Trockenwetter mehr Wasser in der Kläranlage ankommt als in den Sommermonaten, in denen ein höherer Wasserverbrauch herrschen sollte.

Das StUA denkt bereits laut an eine Erweiterung der Zulaufkapazität von 240 auf 300 l/sec. Die baulichen Veränderungen in der Kläranlage gingen natürlich voll auf Kosten der Bürger, war der Ausschuss von dieser Aussicht wenig angetan.

Gietemann will nun in Absprache dem Wasserverband Eifel-Rur als Kläranlagenbetreiber und dem StUA die Zulaufmengen der letzten Jahre untersuchen, um dem Winter-/Sommer-Phänomen auf die Spur kommen. Bis zum Jahresende, versprach er, soll die Fremdwasserproblematik endgültig geklärt sein. Verwaltung und Politik würden tief aufatmen. Denn bei jedem Aufschluss eines neuen Baugebietes meldete das StUA Bedenken an mit dem Fremdwasser-getauften Hinweis.