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Niederzier: Niederzier trickst das Kreis-Jugendamt aus

Niederzier : Niederzier trickst das Kreis-Jugendamt aus

Große Teile der Anbauten am Andreashaus in Niederzier müssen aufgrund von Schädlingsbefall abgerissen werden, der dort untergebrachte Kindergarten muss mittelfristig weichen.

Während die Gemeinde Niederzier längst einen Neubau der zweigruppigen Einrichtung ins Auge gefasst hat, hielt das Jugendamt des Kreises Düren, gegen das sich der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz richtet, eine Baumaßnahme aus Kostengründen bisher für nicht zwingend erforderlich.

Hintergrund: Das Land stellt zurzeit keine investiven Mittel mehr für den Neubau von Kindergärten zur Verfügung, so dass der Kreis den gesamten Zuschuss - bei einem so genannten „armen Träger” wie dem Trägerverein der Kindergärten in der Gemeinde Niederzier immerhin 90 Prozent - schultern müsste.

Doch das Kreisjugendamt hat nicht mit dem Einfallsreichtum der Gemeinde Niederzier gerechnet. Auf Initiative von Bürgermeister Hartmut Nimmerrichter hat die Gemeinde als Eigentümer des Andreashauses dem eigenständigen Trägerverein zum Jahresende das Mietverhältnis gekündigt. Das Jugendamt des Kreises musste reagieren, sieht jetzt auch die Dringlichkeit eines Neubaus ein.

In der Diskussion ist jetzt nur noch, ob der Kreis den Zuschuss mangels eigener Mittel über Darlehen finanziert, oder aber - wie andernorts bereits mehrfach praktiziert - ein privater Investor den Kindergarten baut und mit dem Trägerverein einen langfristigen Mietvertrag abschließt.

In der Standortfrage des neuen Kindergartens scheinen sich Rat und Verwaltung bereits geeinigt zu haben. Die Einrichtung - Bürgermeister Hartmut Nimmerrichter schwebt eine Holzbauweise vor - soll an der Auestraße in den Freizeitpark integriert werden.

Mit diesem Standort reagiert die Gemeinde auf den steigenden Bedarf, der durch die neuen Baugebiete zwischen Niederzier und Oberzier entstanden ist.