Jülich: Neues Labor in Jülich und Peking bekämpft dicke Luft

Jülich: Neues Labor in Jülich und Peking bekämpft dicke Luft

Das Jülicher Institut für Troposphärenforschung am Forschungszentrum und die Peking University arbeiten bereits seit 2003 zusammen. Messkampagnen im Perlfluss-Delta in der Provinz Kanton und zur Luftqualität während der Olympischen Spiele in Peking 2008 sind nur zwei Beispiele der langjährigen Kooperation, die unter anderem auch die Betreuung chinesischer Doktoranden am FZJ umfasst.

Mit Gründung des deutsch-chinesichen Labors für Atmosphärenforschung (IRJC) haben FZJ und Peking University unlängst ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufgeschlagen. Zum „Jülich Tag“ am 21\. Oktober war eine FZJ-Delegation mit Vorstand Prof. Harald Bolt an der Spitze zu Chinas führender Hochschule gereist, wo die Vereinbarung über die Gründung des IRJC unterzeichnet wurde.

Gestern war der geschäftsführende Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel nach Jülich geeilt, um den Klimaforschern den Förderbescheid der Bundesregierung zu überbringen. Berlin fördert das Labor in den nächsten drei Jahren mit 1,07 Millionen Euro.

Im IJRC sollen atmosphärenchemische Prozesse in den chinesischen Megacities erforscht werden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, die hohen Schadstoffbelastungen mit Ozon und Feinstaub in Teilen des Reichs der Mitte besser zu verstehen und mögliche Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ziel ist es auch, atmosphärische Vorhersagemodelle zu verbessern, die in Europa und anderen Teilen der Welt eingesetzt werden.

Bewältigung des Klimawandels

„Die Bewältigung des Klimawandels ist nicht nur eine nationale Aufgabe, sondern eine weltweite Herausforderung“, sagte Thomas Rachel. Die Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Klimaforscher trage dieser Tatsache Rechnung. „Unsere Hoffnung und Erwartung ist es, dass dieser wissenschaftliche Austausch für beide Seiten einen Mehrwert darstellt, also auch für die Bekämpfung des Klimawandels in Deutschland neue Erkenntnisse bringt. Deshalb fördert die Bundesregierung dieses Projekt“, ergänzte er.

„Die Förderung erfolgt an der richtigen Stelle und zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Prof. Andreas Wahner, Leiter des Instituts für Energie- und Klimaforschung. In China gehe es einmal um angewandte Forschung, deren Ergebnisse in konkrete Handlungsanweisungen münden, um beispielsweise die Luftverschmutzung zu reduzieren. Gleichzeitig werde durch die gemeinsamen Bemühungen ein Beitrag zur Grundlagenforschung erbracht, weil das Wissen um die zugrunde liegenden Prozesse in der Atmosphäre deutlich erweitert werde.

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