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Neues Heim hilft Steinkauz zu überleben

Neues Heim hilft Steinkauz zu überleben

Kreis Düren. Er ziert antike Münzen und auf dem Euro-Kleingeld der Griechen ist er auch heute wieder verewigt: Der Steinkauz ist ein mystischer Vogel.

Doch unsere Gesellschaft geht mit der kleinen Eule ruppig um. In den Kreisen Düren und Euskirchen, die traditionelle Brutgebiete im Rheinland darstellen, ist der Bestand binnen zehn Jahren um 20 Prozent zurückgegangen.

2002 wurden noch 275 Paare geschätzt, wie die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulenvögel (EGE) berichtet. Mehr als 90 Prozent der untersuchten Population lebt in dem von Obstbäumen bestandenen Grünland von Dörfern. So gehen denn auch die Biotopverluste überwiegend auf das Konto neuer Baugebiete.

Die Biologische Station im Kreis Düren hat während der letzten Wochen eine Aktion gestartet, die dem Vogel helfen soll zu überleben. 100 teils aus den 70er Jahren stammende Nistkästen wurden kreisweit erneuert. Zum Beispiel auf einer Obstwiese am Ortsrand von Boich. Hier hat ein Steinkauzpaar das aus Mitteln der Hit-Umweltstiftung angeschaffte Eigenheim angenommen und zieht derzeit vier Junge groß. In zwei Wochen werden die kleinen Eulen flügge sein.

Der Eigentümer der Parzelle erzählt, dass hier seit mehreren Jahrzehnten Eulen brüten und sieht die kleinen Vögel gern auf seinem Grundstück. Wilhelm Bergerhausen von der EG weiß, dass es andere Beispiele gibt. Auf einer anderen Wiese am Dorfrand wurden zuletzt Obstbäume reihenweise gerodet.

Für solche Holzaktionen, die im Landschaftsschutzgebiet stattfanden, haben Naturschützer kein Verständnis. Hier sei Lebensraum der Steinkäuze zerstört worden, bedauern sie. Dem Vernehmen nach soll die zuständige Behörde mit Bußgeld reagiert haben, was die Brutplätze für Käuze nicht zurück bringt.

Im Kreis Düren wird nach Einschätzung der EGE der Raubbau an den Lebensräumen des Steinkauzes auf die Spitze getrieben. In den Anfang der 90er Jahre überprüften Flächennutzungsplänen gaben die Kommunen nahezu ein Viertel von insgesamt 115 erfassten Lebensräumen der Eule für neue Baugebiete frei. Einen Ausgleich für diese Zerstörung, beklagen die Naturschützer, sehe keiner dieser Pläne vor.