Jülicher Land: Neues DRK-Angebot in der Altenhilfe

Jülicher Land: Neues DRK-Angebot in der Altenhilfe

Die Fachtagung „Zukunft Alter“, die im September in Jülich zusammengekommen ist, hat sehr schnell zu einem greifbaren Ergebnis geführt: Ab sofort bietet das Deutsche Rote Kreuz Jülich Apothekenfahrten im Notdienst an.

Winfried Bemberg und Markus Deiters vom DRK-Kreisverband, Ruth Tavernier-Schwab, Vorsitzende des Jülicher Seniorenbeirates, sowie Bürgermeister Axel Fuchs und Elisabeth Fasel-Rüdebusch vom Amt für Familie, Generationen und Integration erläuterten das neue Angebot, das eine schmerzliche Versorgungslücke schließen soll.

Winfried Bemberg (v.l.), Elisabeth Fasel-Rüdebusch, Markus Deiters, Ruth Tavernier-Schwab und Bürgermeister Axel Fuchs am DRK-Fahrzeug. Foto: Wolters

Nach der Neuorganisation des Apotheken-Notdienstes vor zwei Jahren müssen Patienten zum Einlösen eines Notfall-Rezeptes unter Umständen bis in weiter entfernte Kommunen fahren. Das ist manchmal schwierig, insbesondere dann, wenn kein Auto vorhanden ist und kein Bus mehr fährt.

Bereits seit einiger Zeit setzt sich der Jülicher Seniorenbeirat dafür ein, dass eine Lösung für das Problem gefunden wird. Als das beschriebene Szenario etwa bei besagter Fachtagung zur Sprache kam, entwickelte sich gleich eine intensive Diskussion, die klar machte, wie sehr das Problem den Betroffenen auf den Nägeln brennt.

Bei dieser Gelegenheit erfuhr Winfried Bemberg, verantwortlich für den Fahrdienst beim DRK, von den Wünschen der Teilnehmenden und entwickelte mit den Mitarbeitern des DRK-Hausnotrufdienstes ein Konzept, wie Apothekenfahrten im Notdienst zu bewerkstelligen wären.

„Wir wollen kein kostengünstiger Kurierdienst werden“, sagte Vorstandsmitglied Markus Deiteres. Ein befürchteter Missbrauch des Angebots habe die Hilfsorganisation, die sich auch ansonsten im Bereich der Altenhilfe engagiert, zunächst abgeschreckt. In Absprache mit der Notfallpraxis am Jülicher St. Elisabeth-Krankenhaus, die im Nordkreis die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellt, ist überlegt worden, das Ankreuzen des Feldes „noctu“ auf einem Rezept auch für die Apothekenfahrten zu nutzen.

Noctu, mit dem ein Rezept vom Zuschlag bei Nutzung des Apotheken-Notdienstes freistellt, soll signalisieren, dass die Therapie mit dem verordneten Medikament noch in der gleichen Nacht beginnen soll und nicht erst am folgenden Tag.

Gebühr nicht kostendeckend

„Die Fahrgebühr von fünf Euro ist nicht kostendeckend“, sagte Deiters, der das rheinische Sprichwort anführte, wonach das, was nichts kostet, auch nichts tauge. „Ein Taxiunternehmen hätte deutlich höhere Kosten.“

„Das gibt es so noch gar nicht“, weist Projektleiter Winfried Bemberg auf die Vorreiterrolle des Kreisverbandes Jülich hin, der noch gar nicht weiß, wie stark das neue Angebot künftig überhaupt nachgefragt werden wird. Von der Notfallpraxis haben die DRKler erfahren, dass Notfallrezepte etwa alle zwei Nächte und drei bis vier pro Wochenende ausgestellt werden.

„Ich bin auch sehr froh, dass der Notfall versorgt wird“, begrüßt Bürgermeister Axel Fuchs das Angebot des DRK-Kreisverbandes, „das wir sehr gerne annehmen“. Zudem findet er es sehr gut, dass ärztlicherseits ein Notfall klar definiert werde. Das versachliche dieses emotional besetzte Thema.