Neue Masche der Sex-Erpressung über das Internet

Mehrere Fälle auch im Jülicher Land : Neue Masche der Sex-Erpressung über das Internet

Sex-Erpresser sind gerade in der Region aktiv. Die Unbekannten teilen ihren Opfern per E-Mail mit, dass sie ihren Computer gehackt und intime Bilder und Videos von deren Rechnern heruntergeladen haben. Auch aus dem Jülicher Land sind der Redaktion bereits mehrere Fälle zugetragen worden.

Die eingehende E-Mail stammt dabei vom eigenen Mail-Konto. Betroffene glauben so noch eher an einen sogenannten Hacker-Angriff, als wenn die Nachricht von einer fremden E-Mail-Adresse abgeschickt wird.

In der E-Mail behauptet der Verfasser, dass er einen Trojaner auf dem Computer des Empfängers installiert und so vollen Zugriff auf alle Daten habe – unter anderem will der Absender sein Opfer über dessen Webcam sogar bei sexuellen Aktivitäten gefilmt haben.

 „Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie diese Bilder Ihren Verwandten, Freunden oder Kollegen nicht zeigen möchten“, heißt es in der E-Mail. Deswegen wird der Empfänger im nächsten Schritt dazu aufgefordert, Geld zu zahlen. Der Verfasser akzeptiere dabei nur die Online-Währung Bitcoins.

Für die Zahlung hätten die Opfer zwei Tage Zeit. Sobald das Geld auf dem Konto des Verfassers eingegangen sei, würden sich alle Daten und Videos auf dessen Computer automatisch löschen. „Ich garantiere Ihnen, dass ich Sie nach der Bezahlung nicht mehr stören werde, da Sie nicht mein einziges Opfer sind“, heißt es.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser aktuellen Masche. Viele Geschädigte glaubten den Behauptungen der Unbekannten und bescherten den Gangstern ein prall gefülltes Bitcoin-Konto. Bis zu 1000 Euro bezahlten die Opfer, bevor sie zur Polizei gingen.

Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass es in den vorliegenden Fällen keine Hackerangriffe gegeben hatte. „Hier spielten die Täter mit der Furcht ihrer Opfer“, warnte Polizeisprecher Paul Kemen. Die Ermittler gehen nach seinen Worten davon aus, dass es bei diesen Delikten eine enorm hohe Dunkelziffer gibt.

Eine weitere Masche

Es gibt derzeit noch eine weitere, bereits bekannte Form von sexueller Erpressung. In den vergangenen Tagen sind in der Städteregion Aachen sechs Fälle bekannt geworden. Dabei handelt es sich um die gleiche Masche, die bereits vor einem Jahr in der Region mehrfach vorgekommen war.

(cap)
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