Jülich: Neue Kunst soll in Jülich Forschung und Historie verbinden

Jülich : Neue Kunst soll in Jülich Forschung und Historie verbinden

„Wir sind nach vier Jahren richtig glücklich über den heutigen Schritt, an die Öffentlichkeit zu gehen.“ Das sagte Peter Schmitz, Ideengeber des Initiativkreises „Neue Kunst im öffentlichen Raum“ mit dem Untertitel „Jülicher KünstlerInnen — Kunst in Jülich“. Schmitz gewann vier Jülicher Künstler für das Projekt, das als künstlerisch-kreative Erweiterung durch die bildende Kunst zu verstehen ist.

Es soll Einheimischen wie Touristen die in Jülich so wichtige Verknüpfung von Geschichte und Forschung nahebringen. „Mit Skulpturen Denkanstöße setzten“, brachte Historiker Dr. Rüdiger Urban die Zielsetzung auf den Punkt.

„Ich war sofort begeistert, wer ist denn nicht begeistert von so einem Projekt? Das muss reifen wie ein guter Wein“, betonte Bildhauer Ernesto Marques. Seine fünf, etwa 2,5 Meter großen Skulpturen aus glasfaserverstärktem Kunststoff bilden das zukunftsweisende Kunstwerk mit dem Titel „...die Zukunft! Sind Wir...“ Die Figuren mit dem angedeutet lässigen Gang der Jugendlichen gehen von Osten her über den Schlossplatz auf ihre Schule, die Zitadelle, zu. Der große Baumeister Alessandro Pasqualini habe „es perfekt verstanden, dem Zeitgeist der Renaissance entsprechend dem Entwurf der Zitadelle auch menschliche Proportionen zugrunde zu legen“. Doch die Festungsanlage brachte den Menschen über Jahrhunderte hinweg vor allem Leid. Deshalb steht die zivile Nutzung als Zeichen für eine friedlichere Zukunft.

Rudolf Vaasen schafft den etwa vier Meter hohen „Steinturm“, der für Ursprung und Material der Herzogstadt steht und am stadtseitigen Zugang zum Brückenkopf-Park platziert werden soll. Ferner gestaltet der Künstler den zirka 4,5 Meter hohen „Sonnenfänger“ aus Corten-Stahl, der in seiner Armhaltung die Sonne als Spenderin des Lebens mit der Erde, dem Lebensraum des Menschen und mit der Jülicher Forschung verbindet, die die unerschöpfliche Energie der Sonne nutzbar machen will. Deshalb findet sie ihren Standort neben dem Besucherzentrum des DLR-Instituts für Solarforschung. „Vor der Eröffnung des zweiten Turms und des Besucherinfozentrums passt das natürlich super“, freute sich Schmitz.

Napoleon und Pasqualini

Zwei Jülicher Künstlerinnen schaffen berühmte Persönlichkeiten: Maria Fernandez bildet den „Idealstadt“-Baumeister Alessandro Pasqualini als etwa vier Meter hohe Bronzeskulptur ab, und zwar in einer reduzierten plastischen Form mit wenigen elementaren Symbolen „wie eine kraftvolle Säule“. Er findet natürlich im Zentrum der von ihm entworfenen Idealstadt seinen Platz auf dem Marktplatz. Im Gegenzug kreiert Marion Grawatsch Napoleon in abstrahierter Darstellung als etwa drei Meter hohe Bronzefigur mit der typischen Haltung seines rechten Armes und dem charakteristischen langen Uniformmantel. Als markantes Zeichen seines Versagens ist der quergetragene Zweispitz in zwei Teile geteilt zu seinen Füßen eingearbeitet.

Als Bauherr des Brückenkopfs besuchte der an Selbstüberschätzung gescheiterte Imperator Jülich zwei Mal und findet nun seinen Platz rechts der Rur, im Umfeld der Kirmesbrücke. Viele Interessierte fanden sich am Informationsstand ein, erste Spenden gingen ein. Für jeweils fünf Euro zu erstehen ist ebenfalls der Button mit blauer kreisförmiger Wellenbewegung auf blauen Grund und der Aufschrift „Jülich bewegt sich“. Drei Vereine übernehmen die Projektabwicklung, nämlich der Jülicher Geschichts- und der Kunstverein sowie der „Förderverein Festung Zitadelle“, was nach Schmitz‘ Meinung „auch nicht selbstverständlich ist“. Natürlich braucht das mit „380.000 Euro dotierte“ Projekt, wie Guido von Büren verriet, weitere finanzielle Unterstützer. Auf dem Kirchplatz wurde ein weiterer Schritt nun gemacht.

(ptj)
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