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Brainergy-Park: Neue Container für den schnellen Start

Brainergy-Park : Neue Container für den schnellen Start

Um dem kurzfristigen Platzbedarf gerecht zu werden, ist im Brainergy-Park das zweite Gebäude errichtet worden - in Containerbauweise. Das soll die Ausnahme bleiben: Mit einem Masterplan will man städtebauliche Aspekte realisieren.

Mit dem FH-Projekt eines Thermischen Speichers wurde Ende Dezember 2019 das erste Projekt im Brainergy-Park in Angriff genommen. Jetzt folgte das zweite Gebäude – in Containerbauweise, um kurzfristig dem enormen Platzbedarf gerecht zu werden. 520 Quadratmeter stehen ab dem 1. September zur Verfügung, unter anderem für die Brainergy-Park GmbH selbst, die dann im innovativen Gewerbegebiet ihre Büros beziehen wird.

Und es gibt ein Raumangebot für eine neue Einrichtung in Jülich. „Das Fraunhofer-Institut will zügig vor Ort eine kleine Gruppe aufbauen und ist dankbar für diese provisorische Containerlösung“, sagt Prof. Dr.-Ing. Bernhard Hoffschmidt, Technischer Geschäftsführer der Brainergy-Park GmbH.

Fraunhofer-Institut legt los

Hoffschmidt geht davon aus, dass zunächst fünf Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft in Jülich arbeiten werden. Ihr Job dürfte dabei sein, das neue geplante Institut am Standort Jülich aufzubauen, das ebenfalls im Brainergy-Park angesiedelt sein soll. Inhaltlicher Schwerpunkt soll die Entwicklung digitaler Lösungen für eine Kopplung von Strom, Wärme und Verkehr auf Quartiersebene sein.

Mit der Containerbauweise reagiert die Brainergy-Park GmbH auf akuten Bedarf. Standard soll das allerdings nicht werden. Im Gegenteil. In Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro erarbeitet die Geschäftsführung ein Anforderungsprofil an die im Gewerbegebiet zu erstellenden Bauten. Geschäftsführer Frank Drewes spricht von einem städtebaulichen Gesamtkonzept, in das zudem die Historie des Geländes mit eingebunden werden soll. Drewes: „Wir wollen einheitliche Lösungen, damit die Gebäude harmonisieren. Dazu benötigen wir einen Masterplan, in dem beispielsweise geregelt ist, wie die Gebäude positioniert werden oder wie viele Stellplätze es auf einem Grundstück maximal geben darf.“

Kostbare Flächen

Drewes will beispielsweise verhindern, dass die kostbare Fläche in dem innovativen Gewerbegebiet nicht sinnvoll genutzt wird: „Wir können uns keine 5000 Quadratmeter Parkplatz bei einem Betrieb leisten.“ Auch Wildwuchs in der Form, dass die Begrünung nicht einheitlich geplant wird, Parkplätze mal vor, mal hinter einem Gebäude angelegt werden, will man grundsätzlich verhindern.

Dabei hat Drewes noch mit einem besonderen Problem zu kämpfen. Will man als innovativer Gewerbepark wahrgenommen werden, muss man Innovation selbst leben, zum Beispiel auch beim Thema Verkehr und Mobilität. „Bis neue Technologien aber verfügbar sind, müssen wir mit Übergangslösungen arbeiten. Ich kann nicht auf den autonomen Elektrobus aus Aachen warten, sondern muss im kommenden Jahr mit der Umsetzung loslegen“, sagt Drewes, und denkt deswegen darüber nach, für den Park eine E-Roller-Flotte mit Anbindung an die Rurtalbahn aufzubauen.

Überzeugungsarbeit

Ob der Gewerbepark tatsächlich auch ein städtebauliches Aushängeschild werden kann, bleibt abzuwarten. „Wir werden Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit nicht nur reine Zweckbauten entstehen“, verspricht Drewes. Und das wohl wissend, dass er es möglicherweise selbst nicht immer einhalten kann. So ist etwa als nächstes Projekt der „Brainergy-Starter“ vorgesehen, der möglichst bis Sommer 2021 fertiggestellt sein soll.

Analog zum Technologiezentrum (TZJ) soll damit Raum für Start-Up-Unternehmen geschaffen und zudem Büroflächen angeboten werden, um etwa Platz für die Zukunftsagentur zu schaffen, die noch im TZJ angesiedelt ist, aber weiter wachsen wird, um ihre Aufgaben für die Region bewältigen zu können. Der zeitliche Druck spricht gegen eine ausgeklügelte Architektur und für die Modulbauweise. Wenn Drewes also feststellt, dass das Interesse der Unternehmen sehr hoch ist und die Firmen schnell ihre Bauten realisieren wollen, dann muss auch das Anforderungsprofil zügig erarbeitet werden.