Düren/Jülich: Neapco: Automobilzulieferer wirft einen Blick auf Jülich

Düren/Jülich : Neapco: Automobilzulieferer wirft einen Blick auf Jülich

Die Entscheidung, ob das Dürener Werk des Automobilzulieferers Neapco an einem neuen Standort im Kreis Düren neu gebaut oder das Werk am jetzigen Standort modernisiert wird, soll erst Ende Oktober fallen.

Ursprünglich hatten das Unternehmen und der Betriebsrat in einem sogenannten „Memorandum of Understanding“ eine Entscheidung bis Ende September vereinbart. „Uns fehlen noch wichtige Daten und Fakten, die für die Entscheidung jedoch unumgänglich sind“, erklärte auf Anfrage Betriebsratsvorsitzender Jürgen Müller. Deswegen wurde die Frist um einen Monat verlängert.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es dabei vor allem um die Frage, ob das Werk an seinem jetzigen Standort nach 50 Jahren so modernisiert werden kann, dass es langfristig rentabel ist. Die Rentabilität des Werkes wird schon dadurch erschwert, dass Gebäude und Grundstück einem Investor gehören.

Weiteres Manko: Die ungünstige Verkehrsanbindung. Ein Neubau am jetzigen Standort ist hingegen nicht machbar. Bei der Suche nach einem neuen Standort könnte man im Gewerbegebiet Rurbenden/Talbenden fündig werden — allerdings nur, wenn die Stadt Düren eine Kooperation mit der Gemeinde Niederzier eingeht, um eine Abwanderung des Werkes zum Beispiel ins neue Gewerbegebiet Merscher Höhe in Jülich zu verhindern, das interkommunal mit den Gemeinden Niederzier und Titz realisiert werden soll.

Wie unsere Zeitung in Erfahrung brachte, wurden die Flächen auf der Merscher Höhe von Neapco-Vertretern „sondiert“. Aber auch eine Planung im Gewerbegebiet Rurbenden/Talbenden bräuchte zeitlichen Vorlauf: emissionsrechtliche Fragen müssten geklärt werden, ebenso müsste ein Verkehrsgutachten her. Das könnte zeitlich knapp werden, wenn der Neubau bis 2020 bezugsfertig sein soll.

Das ehemalige Ford-Werk mit rund 1000 Beschäftigten ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt Düren.

(bugi)